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Montag, 8. Februar 2021

Armagnac L'Encantada: Lassalle & La Frêche

Heute nehme ich mir 3 alte Armagnacs der Jahrgänge 1990/1991 vor, die alle eine Gemeinsamkeit haben...
Domaine La Frêche 1990/2020
L'Encantada, 52,4%, Fût N°49
NASE: Ein warmes und schönes Bouquet empfängt mich, dass die Grenzen zwischen Armagnac und altem Rum verschwimmen lässt. Karamell, Orangenöl, Rosinen, Marzipan, Zimt, Nelken, Möbelpolitur und dreckige Elemente wie etwa Teer sind für mich die Hauptaromen. Dann weiter hinten Gewürze wie Pfeffer, Piment und Muskat, die ich unter anderem mit Armagnac verbinde. Sehr schön!

GAUMEN: Zuerst Traubensüße, cremig. Dann bauen sich Tannine, etwas Teer, Kaffee und Gewürze auf. Leicht kribbelnd scharf.

ABGANG: Beginnt wieder mit der cremigen Traubensüße, dann folgen ordentlich trockene Gewürze und der Mund zieht sich zusammen. Dieser Wechsel findet dann noch einmal statt am Ende des Abgangs.

KOMMENTAR: Ein toller Armagnac, gerade für Freunde von Heavy-Rums des englischen Stils (man denke da etwa an Caroni oder Demerara).

90/100
Domaine Lassalle 1990/2020
L'Encantada, 48,1%, Fût N°46
NASE: Auch bei diesem Armagnac könnte man auf einen alten Rum tippen. Column-Demerara kommt mir da wieder in den Sinn. Viel Möbelpolitur, Kirschen, Orangenschale, Trockenfrüchte, Kokosflocken, Nelken und Zimt. Der Charakter ist sehr eichenlastig und trocken.

GAUMEN: Kraftvoll, bitter-süß. Bin ich in Frankreich oder in Guyana am Demerara-River? Möbelpolitur, Karamell, Trockenfrüchte, Kirschen, Orangenschale, Kakao.

ABGANG: Gerade der ölige Beginn des Abganges erinnert mich vom Mundgefühl wieder an Rum. Dann setzt die für Armagnac so typische (zumindest in meinen Augen) Pfeffrigkeit mit viel Gewürzen ein. Hintenraus sehr trocken werdend.

87/100
Domaine Lassalle 1991/2020
L'Encantada, 44,9%, Fût N°08
NASE: Ich habe hier ein recht ähnliches Bild wie bei seinem älteren Bruder. Der 1991er wirkt aber im Bouquet etwas süßer und fruchtiger mit weniger Möbelpolitur.

GAUMEN: Ähnlich zum 1990er nur dass ich hier nicht ganz so viel Rum-Parallelen habe.

ABGANG: Deutlich mehr auf der würzigen Armagnac-Seite als noch beim 1990er. Viel trockene Gewürze und eine leichte pfeffrige Schärfe.

86/100
Armagnacs dieses Alters und in Fasstärke sind definitiv nicht unter "easy-sipping" einzuordnen. Man muss schon Lust haben auf viel Eiche und trockene Gewürze. Nach den drei Gläschen heute Abend bekomme ich jetzt meinem Mund kaum mehr auf vor lauter trockener Gewürze ;-). Richtig lecker war es aber auf jeden Fall, nicht falsch verstehen! Besonders die Bouquets, die sehr an alte Rums erinnerten, haben richtig Spaß gemacht!

Sonntag, 20. Dezember 2020

Armagnac Aurian 1966 & 1979 (Wu Dram Clan)

Es geht mal wieder nach Frankreich in die Armagnac-Region. Irgendwie bekomme ich in der Weihnachtszeit immer Lust auf Armagnac und Cognac. Ich probiere heute zwei Abfüllungen des Armagnac-Hauses "Aurian", die speziell von und für "Wu Dram Clan" ausgesucht wurden. Ich denke jedem, der in den entsprechenden Spirituosengruppen auf Facebook unterwegs ist, ist der "Wu Dram Clan" ein Begriff und so möchte ich auch direkt in die Verkostung eintauchen...
Aurian 1979/2020
Abgefüllt für Wu Dram Clan, 49,6%
NASE: Mein erster Eindruck 5 Minuten nach dem Einschenken ist Caroni-Rum aus Trinidad! Viel Eiche, trocken und dreckig. Blind hätte ich vermutlich auf einen 1994er von Velier getippt. Ein herrlicher Mix aus Möbelpolitur, Holzlack und Tankstellenaromen schweben über einem dunklen Fundament von Kakao, Karamell, Marzipan und eingekochten Früchten wie Erdbeeren, Aprikosen und Mangos. Alles ist sehr intensiv, dunkel und einnehmend. Die dreckigen Komponenten lassen nach ca. 1 Stunde im Glas etwas nach und geben mehr Raum für die anderen Aromen, aber der Caroni-Eindruck bleibt dennoch. Tolle Nase! Holt mich total ab!

GAUMEN: Hier wird klar, dass es kein Caroni und auch kein Rum ist. Eine richtig schöne (natürliche) Traubensüße macht sich im ganzen Mundraum breit. Dazu geröstete Nüsse, Marzipan, Kakao... und ein kleiner Tropfen Motoröl. Intensiv und ölig mit einem schönen Wechselspiel zwischen trockener Eiche und angenehmer Süße. Gerade Armagnacs dieses Alters sind (mir) oft zu pfeffrig und eichenwürzig ohne Traubensüße. Das ist hier anders und gefällt mir richtig gut.

ABGANG: Blaubeeren, Menthol, Walnüsse, Trauben und etwas Gummi bleiben sehr lange im Mundraum. Herrlich!

KOMMENTAR: Richtig gut! Ich hoffe, dass dieses Fass kein Einzelfall war und dass es noch mehr von diesen "Armaronis" geben wird.
92/100
Aurian 1966/2020
Abgefüllt für Wu Dram Clan, 53%
NASE: Komplett unterschiedliches Bouquet. Wirkt jünger als der 1979er. Vom Grundcharakter eher "modrig" und um beim Rum-Vergleich zu bleiben: Eine Mischung aus High-Ester und Rhum Agricole. Lösungsmittel, Lack, vergorene "organische Dinge" wie Früchte, modriges Holz und Laub. Dazu gemüsige und erdige Noten. Wie beim Vorgänger habe ich noch eingekochte Früchte, Nüsse und Kakao. Die Nase ist komplex, intensiv und auch irgendwie "sonderbar", aber je länger ich daran rieche, desto mehr zieht mich dieser Aromenmix in seinen Bann.

GAUMEN: Wieder eine tolle Balance zwischen Eichenwürze und fruchtiger Süße. Das Ganze gelingt dem 1966er noch eine Spur besser als dem 1979er. Die "Sonderbarkeit" aus der Nase ist hier weit weniger vertreten und ich bekomme überwiegend diverse eingekochte und getrocknete Früchte, Kakao, Karamell, Nüsse und etwas Menthol. Wieder intensiv und ölig im Mund. Sehr, sehr lecker!

ABGANG: Traubenkonzentrat mit Kakao, Kaffee, Nüssen und Karamell. Endlos bleibt das Ganze im Mund.

KOMMENTAR: Die Wertung fällt mir schwer, da mir der 1979er in der Nase besser gefallen hat, der 1966er beim Trinken dann (noch) mehr punkten konnte. Beide sind auf jeden Fall richtig gut und auch ziemlich unterschiedlich. Am Ende macht bei mir der 1979er aber knapp das Rennen.
91/100

Freitag, 11. September 2020

L'Encantada Armagnac: Lous Pibous 1993 & 2004

Die Armagnac von Pibous sind zur Zeit in aller Munde, besonders in den USA. In den letzten Jahren entstand ein regelrechter Hype um diese Armagnacs, da ihr Stil dem von richtig guten alten Bourbons gleichen soll. Nur eben zu einem Bruchteil des Preises. Aber sehen wir selbst...
Domaine Lous Pibous 2004/2020
L'Encantada, 55,7%, Fût N°223
NASE: Sofort Assoziationen zu Bourbon. Da ist viel Eiche mit Karamell, Vanille, Leder und Möbelpolitur und etwas Klebstoff. Weiter noch Rosinen, Bratapfel, Zimt und Créme brûlée. Er hat definitiv etwas Traubenaroma (die Rosinen), aber ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob ich ihn im Blindtasting als Brandy erkannt hätte. Nach etwas Standzeit entwickelt sich im Hintergrund ein Aroma von Salzgurken, das entfernt an Tequila erinnert und mich ehrlich gesagt hier in diesem warmen und dunklen Aromenmix irritiert. Mit etwas Wasser kommen die Trauben etwas mehr durch.

GAUMEN: Kräftig mit vielen Backgewürzen wie Zimt und Piment, Leder, Rosinen und Toffee. Es baut sich eine gewisse pfeffrige Schärfe und Würze auf. Der Alkohol ist aber gut eingebunden. Ich denke die leichte Schärfe kommt aus dem Destillat und vor allem aus der Eiche. Die Salzgurken habe ich hier nicht mehr.

ABGANG: Deutliche Tannine aus der europäischen Eiche. Sehr würzig und leicht bitter. Es bleibt aber dennoch eine Toffee-Rosinen-Süße erhalten auch wenn ich den Abgang definitiv als trocken bezeichnen würde.

KOMMENTAR: Das ist sicherlich eine tolle Abfüllung, die zu Recht gefragt ist, aber meinen Geschmack trifft sie hier nicht so in vollem Maße. Der "Brandy" fehlt mir hier tatsächlich zu einem guten Stück und auch die Salzgurken aus der Nase haben mir nicht so gut gefallen.
84/100
Domaine Lous Pibous 1993/2019
L'Encantada, 53,8%, Fût N°13
NASE: Erinnert sofort deutlich mehr an Brandy. Aber da sind doch ein paar Tropfen Demerara-Rum drinnen, oder? Rosinen, Marzipan, Orangenschalen, Nelken, Kakao, Karamell und etwas Möbelpolitur. Wirkt gesetzt und edel und gefällt mir deutlich besser als der 2004er, da hier mehr ein Brandy-Gefühl durchkommt und auch diese Tequila-Note nicht vorhanden ist.

GAUMEN: Kraftvoll mit Ingwer, Orange, Karamell, Rosinen, Möbelpolitur und Pfeffer. Ich habe wieder gewisse Rum-Assoziationen. Der Alkohol ist auch hier recht gut eingebunden.

ABGANG: Überraschend weich und geschmeidig. Die Tannine halten sich spürbar zurück, auch wenn sie natürlich präsent sind. Viel Nelken, Piment, Pfeffer und Trockenfrüchte. Hintenraus sehr trocken und astringierend.

KOMMENTAR: Der gefällt mir deutlich besser als der 2004er. Hier habe ich mehr das Gefühl einen Armagnac zu trinken und auch der Rum-Twist hat mir sehr gut gefallen.
87/100

Donnerstag, 16. Juli 2020

L'Encantada Armagnac
Sél. 20 ans, Sél. 25 ans, 8ème Décade

Armagnacs generell und die vom Abfüller "L'Encantada" speziell, sind zur Zeit im Kommen. Noch zu guten Preisen im Vergleich zu gleichwertigen Whiskies oder Rums zu haben, aber das düfte sich in den nächsten Jahre drastisch ändern. Dank einer riesigen Flaschenteilung von Sascha (vielen Dank an dieser Stelle nochmal) bin ich an einige Samples gekommen, die ich hier nun nach und nach vorstellen möchte.

Bisher sind meine Armagnac-Erfahrungen recht überschaubar: Meine Wertungen sind von daher mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, da mir hier einfach die nötigen Referenzpunkte in meiner Skala fehlen.
Sélection 20 ans
L'Encantada, 47,2%,
Hierbei handelt es sich um einen Blend, der mindestens 20 Jahre alte Armagnacs miteinander vermählt und in Fassstärke abgefüllt wird.
NASE: Warm, dunkel und harmonisch. Rosinen, Marzipan, Vanille, Crème brûlée. Dazu eine säuerliche Traubensüße, die an Federweißer erinnert. Auch Honig und Gewürze wie Piment und Nelken spielen mit rein. Sehr schöne Kombination aus Alter (Fasseinfluss) und eigentlichem Rohstoff/Destillat.

GAUMEN: Wieder die Traubensüße, Crème brûlée und eine gute Portion Eiche und Gewürze. Anfangs recht cremig, wird dann aber in Richtung Abgang immer trockener und auch leicht bitter und würzig. 20 Jahre in europäischer Eiche hinterlassen einfach ihre Spuren.

ABGANG: Wie schon am Gaumen erkennbar war, dominiert hier die Eiche. Starker Gewürzeinfluss. Trocken mit einer Spur Traubensüße.

KOMMENTAR: So stelle ich mir ehrlich gesagt einen guten, gehobenen Alltags-Armagnac vor.
84/100
Sélection 25 ans
L'Encantada, 45,5%,
Hier gilt das gleiche wie beim 20-jährigen. Nur eben mit mindestens 25 Jahren.
NASE: Anfangs deutlich verschlossener als sein jüngerer Bruder. Insgesamt spürbar weniger fruchtig, süß und cremig. Die Eichennoten gehen hier schon deutlich mehr in Richtung Möbelpolitur. Absolut logische Fortsetzung des 20-jährigen. Schöner Mix aus dunklen Röstaromen und Orangenschalen.

GAUMEN: Eiche satt, Röstaromen, Gewürze, etwas Rosinen. Recht trocken.

ABGANG: Weiter geht es trocken mit Eiche und Gewürzen und vereinzelten Trockenfrüchten. Am Ende hat die Trockenheit etwas von Pappe, auch wenn sich das blöd anhört.

KOMMENTAR: Während die Nase etwas gesetzter und spektakulärer ausfällt, wird es mir beim Trinken etwas zu eichenbetont stellenweise. Von daher die gleiche Wertung wie sein Bruder.
84/100
8ème Décade XO
L'Encantada, 45,5%,
Hier wurden Jahrgänge Mitte und Ende der 1980er der Domaines Lassalle, Cassou, Castillon miteinander vermählt, was ein Alter von ca. 31-35 Jahren bedeutet. Und das für ca. 70-80€ der halbe Liter! Liebe Grüße an die Whiskywelt an dieser Stelle ;-)
NASE: Wow! Schwer, dunkel, satt und süß kommt es aus dem Glas. Sehr verwoben und komplex. Sirupartiger Honig, Karamell, Vanille, Bienenwachs, extrem eingekochte Früchte (vornehmlich Trauben) und etwas Gewürze wie Zimt und Nelken. Sehr hypnotisch. Gefällt mir richtig gut.

GAUMEN: Nicht so süß wie die Nase vermuten lässt. Die Gewürze (vor allem Zimt und etwas Pfeffer) treten mehr in den Vordergrund. Es wird leicht gewürzscharf und trocken/ledrig, aber bleibt irgendwie dennoch recht ölig und cremig.

ABGANG: Viel Zimt. Dazu Rosinen, Karamell und ledrige Eiche.

KOMMENTAR: Sehr gediegen! Allein die Nase ist den sehr fairen Preis mehr als wert.
87/100

Montag, 22. April 2019

2 alte Armagnacs

Heute gibts 2 sehr alte Armagnacs. Fast 40 Jahre Reifung. Im Scotch-Bereich liegt man da schon fast im unbezahlbaren Bereich für den normalsterblichen.

Dartigalongue 39 Jahre 1978/2017, Original-Abfüllung, 40%

Die Nase ist schwer und dunkel. Eine sehr starke Honig-Note. Dahinter Trockenfrüchte, Kirschen, geröstete Mandeln, Kakao, Tabak und Gewürze wie Zimt und Anis. Auch florale Noten sind zu finden. Alles sehr gesetzt und edel. Im Mund macht sich leider die Verdünnung bemerkbar. Etwas wässrig. Die Honig-Note hat jetzt komplett das Sagen. Dazu eine süß-saure Weißwein-Note. Eher wenig Würze, was verböüffend ist für das hohe Alter. Der Abgang ist kurz bis mittel-lang mit viel Honig und Weißwein. Am Ende deutlich bitterer werdend. Schade. Die Nase hat sehr vielversprechend begonnen, aber der Geschmack und der Abgang sind für mich viel zu schwachbrüstig.
★★★★★★★★★ 6/10

Domaine de petit Lassis 37 Jahre 1977/2014, Darroze, 47.3%

Die Nase ist zuerst verschlossener und wirkt deutlich "jünger" und frischer als beim Vorgänger. Nach einer Weile kommen vor allem florale und Kräuter-Noten (Anis, Fenchel). Insgesamt ruscht es dadruch etwas in eine leicht seifige Richtung. Dahinter Oragenschalen, etwas Honig, Karamell und Marzipan. Im Mund deutlich würziger und präsenter als der Dartigalongue. Die Würzigkeit ist pfeffrig und kribbelt leicht im Mund. Sehr trocken und leicht bitter mit Tabak, Kaffee. Der Abgang ist mittel-lang und beginnt wieder pfeffrig, wird dann etwas süßer am am Schluss vermehrt bitter und seifig.
★★★★★★★★★ 6/10

Donnerstag, 11. April 2019

3 Armagnacs von der SMWS

Die "Scotch Malt Whisky Society" (SMWS) ist ein schottischer unabhängier Abfüller mit exklusivem Mitglieds-Model. Seit einiger Zeit werden dort auch Rum, Cognac und Armagnac als Einzelfässer abgefüllt. Drei solcher Armagnacs habe ich jetzt, dank einer FT eines SMWS-Mitglieds (Malternatives-Blog), in Sample-Form vorliegen.

A4.3 "A slice of Pastis Gaston" (Domaine d’Espérance) 2004/2017 13 Jahre, SMWS,  47.3%

Traubenart: Baco aus Bas-Armagnac. In der Nase viel Trauben-Aroma. Dazu Apfel, Orange, florale Noten, Mandeln und eine leichte Seifigkeit. Erinnert mich etwas an Fruchtgummis. Im Mund nimmt die Seifigkeit in Kombination mit einer kräftigen Bitterkeit zu. Sogar leicht prickelnd scharf. Kräuter kommen dazu und werden im Abgang stärker. Die Seifigkeit und Bitterkeit nimmt weiterhin zu. Nase war recht schön, aber im Mund nicht mein Fall!
★★★★★★★★★★ 4/10

A3.2 "Fruity pipe tobacco" (J. Goudoulin) 2000/2018 18 Jahre, SMWS,  46.7%

Baco/Ugni Blanc. Bas-Armagnac. Die Nase wirkt deutlich älter, was dieser Armagnac ja auch faktisch ist. Weniger fruchtig und floral (dennoch eine schöne Aprikose dabei). Mehr Leder und Tabak, Eiche und Nüsse. Der Titel scheint nicht willkürlich gewählt zu sein ;-) Im Mund das Gleiche wie in der Nase. Die (leicht bittere) Würzigkeit wird durch eine feine Süße ergänzt. Im mittel-langen Abgang kommen wieder sehr deutlich die Aprikosen ins Spiel. Zum Ende hin wird es trocken und würzig.
★★★★★★★★★★ 7/10

A5.4 "Toasted marshmallows" (Chateau de Laubade) 2001/2018(?), SMWS,  55.6%

Baco-Traube. Bas-Armagnac. Sehr "schwere" und "dunkle" Nase mit viel Eiche und Gewürzen (Zimt, Muskat?), Möbelpolitur, gerösteten Nüssen, Schokolade mit Orangen-/Kirschstückchen, Leder/Tabak. Erinnert mich stellenweise an wuchtige Demerara-Rums aus Guyana. Im Mund zu Beginn leicht erdig und grasig. Dann entwickelt sich eine kräftige (leicht süße) Schokoladennote. Dazu etwas Kirschen. Die Würzigkeit nimmt zu. Der Abgang beginnt feurig scharf und würzig. Nüsse, Kakao und Leder kommen hinzu. Eine leichte Süße bleibt.
★★★★★★★★★★ 7/10
Insgesamt habe ich bei diesen 3 Armagnacs mal wieder die Würzigkeit von (teils frischer) Französischer Eiche kennengelernt. Diese Art und Intensität der Würzigkeit findet man in ex-Bourbon-gelagerten Spirituosen nicht. Mir heute tedenziell einen Tick zu würzig und bitter.
Die Reihenfolge unter den 7-Punkten ist: A5.4 > A3.2.