Freitag, 14. Februar 2020

Clynelish, die vierte


Das vierte und vorerst letzte Mal geht es in die Highlangs zu Clynelish. Meine Samples hiervon sind dann fürs erste erschöpft. Bisher war Clynelish immer eine sichere Bank!

Mittwoch, 12. Februar 2020

2x 1996 Verlier Caroni: "The Last" & "Tasting Gang"


Heute geht es zu den letzten 1996er-Caronis aus meinem Inventar und zugleich auch zu den letzten größeren Velier-Releases. Die Rede ist - wie jeder Caroni-Interessierte weiss - vom "The Last", einem "Heavy"-Caroni und vom "Tasting Gang", einem "Blended"-Caroni, die beide im Herbst 2019 erschienen sind.

Blended Caroni 1996/2019 23 Jahre "Tasting Gang"

Alk. % vol: 63.5 | Abfüller: Velier | Land: Trinidad

Hier wurden 22 Fässer abgefüllt, die 1996 mit Heavy- und Light-Type-Rum befüllt wurden. Das "Blending" hat also über die 23 Jahre in den Fässern stattgefunden. Wie die Anteile ausgefallen sind, ist mir nicht bekannt. Ich gehe aber mal davon aus, dass der Großteil Light-Type-Rum sein wird.

Nase: Anfangs dominieren recht starke Klebstoffnoten neben Kokos und Vanille. Mit zwei Tropfen Wasser und einer Stunde Zeit zum Atmen kommen Kaffee, ein paar Nüsse, etwas Leder, Orangenschale und eine salzige Note dazu. Die dreckigen Noten nach Teer und Gummi sind nur marginal im Hintergrund zu erahnen. Es geht tatsächlich in die Richtung Albion (2004) und Skeldon (2000), denn blind hätte ich den Rum eher in diese Schublade gepackt. Da muss ich aber ganz klar sagen, dass mir die Demeraras deutlich besser gefallen haben.

Gaumen: Süßer und druckvoller Antritt mit Kokos und Rosinen. Der Alkohol ist definitiv zu spüren, aber noch absolut im Rahmen. Weiterhin habe ich salziges Karamell (wie beim Albion etwa) und Kaffee. Erinnert hier im Groben dann aber doch eher an Foursquare.

Abgang: Beginnt leicht brennend, dann trockener werdend mit deutlicher Eichenwürze und etwas Gummi und Teer.

Kommentar: Als Caroni-Fan holt der mich leider nicht ab. Von dem, was ich in Caroni suche, ist hier sehr wenig zu finden. Für einen tropsch gereiften, leichten Column-Still-Rum muss ich keine 350€ ausgeben.
85 Punkte

Caroni 1996/2019 23 Jahre "The Last"

Alk. % vol: 61.9 | Abfüller: Velier | Land: Trinidad

24 Fässer mit 1996er Heavy-Type-Rum wurde hier abfüllt. Reifen durften sie von 1996 bis 2008 auf Trinidad; danach bis 2019 in Guyana. Insgesamt ergaben das 5522 Flaschen, was als letztes Release für "die Massen" eine schöne Anzahl ist, so dass jeder Fan an eine solche rankommen sollte.

Nase: Der erste Eindruck nach dem Einschenken ist sofort "Caroni". Zwar noch etwas verschlossen, aber deutlich. Auch hier gebe ich zwei Tropfen Wasser dazu und lasse ihn eine Stunde atmen. Danach präsentiert sich mir eine herrlich volle, runde, warme, dunkle, tiefe und betörende Aromenfracht. Mangos, getrocknete Aprikosen, Rosinen, Vanille, angebranntes Karamell, Leder, Kakao, Kaffee und Nüsse. Die Caroni-typischen Aromen von Teer, Gummi und Benzin sind auch deutlich zu erkennen, wenn auch schon durch die lange Reifezeit abgerundet. Die Nase ist eher auf der süßen als auf der herben Seite. Die Eichenwürze ist natürlich deutlich spürbar - alles andere wäre nach 23 Jahren in den Tropen auch sehr sonderbar - aber nicht aufdringlich oder zu heftig. Die Nase ist perfekt. Punkt.

Gaumen: Sehr intensiv und ölig. Die Eiche und der Alkohol drücken ordentlich auf die Zunge. Kaffee, Menthol, Karamell, Möbelpolitur, Gummi und Teer.

Abgang: Süß und fruchtig beginnt der Abgang, dann kommt eine kräftige Eichenwelle herangebraust. Sehr viel Menthol. Erinnert mich durch die Süße sehr stark an Hustenbonbons mit Menthol- und Waldbeergeschmack.

Kommentar: Der ist einfach richtig gut. Ein mehr als würdiger Abschluss der großen Velier-Caroni-Bottlings. Einziger negativer Punkt für mich war die sehr starke Hustenbonbon-Note im Abgang. Hätte ich damit kein "Problem", würde ich ihm 96 Punkte geben.
94 Punkte

Donnerstag, 6. Februar 2020

4x NAS-Laphroaigs


Nachdem ich hier ein paar alte Laphis mit Altersangabe probiert habe, kommen heute welche dran ohne eine solche...

Freitag, 31. Januar 2020

El Dorado Albion 2004 & Skeldon 2000


Ich sag es gleich zu Beginn: Ich bin alles andere als ein Guyana-Rum-Experte! Ich konnte mich bislang sogar nicht besonders mit den sogenannten "Demerara-Rums" anfreunden. Die berühmt-berüchtigte "El Dorado"-Standard-Range ist mir zu stark verdünnt und mit viel zu viel Zucker aufgepimpt. Die unabhängigen Abfüllungen, die ich probiert habe, waren meist von Port Mourant/Uitvlugt und mir oft zu sauer und kräuterlastig. Das war es auch schon im Groben mit meiner Demerara-Erfahrung. Zur goldenen Velier-Demerara-Zeit war ich noch lange nicht in der Rum-Szene und jetzt sind mir davon die meisten viel zu teuer. Allen voran die Vorbilder der heutigen Abfüllungen. Die Rede ist von Albion 1983, 1986 1989 und 1994 sowie Skeldon 1973 und 1978. Die Preise dieser Abfüllungen gehen mittlerweise in die Tausender (pro Flasche!).
Eins möchte ich bei meinem ersten Demerara-Post hier auf dem Blog aber nicht vergessen: Den Verweis auf den riesigen Artikel von Marco von Barrel-Aged-Mind.

Anmerkung zum Bewertungssystem: Ja, ich habe mich wieder zu einem Bewertungssystem durchgerungen. Es macht einfach mehr Spaß beim Trinken/Schreiben und auch Lesen, wenn am Ende eine Zahl ausdrückt, wie einem die Spirituose gefallen hat. Und ja, ich bin wieder beim 100er-System gelandet, obwohl es sich teilweise um eine Pseudo-Präzision handelt. Grund dafür ist einfach die weite Verbreitung und das gute Gefühl, das man als regelmäßiger Leser/Zuschauer von Blogs und YouTube-Channels für diese Skale entwickelt hat.

El Dorado Albion "AN" 2004/2018

Alk. % vol: 60.2 | Abfüller: Original | Land: Guyana

Nase: Nach ca. einer Stunde des Atmens empfängt mich ein sehr schweres und dunkles Aroma. Möbelpolitur, Holz, Leder, Kakao, Kaffee, Zimt und Nelken. Das Ganze gepaart mit Rosinen, gebackenen Bananen, Kokos, Karamell, Salz, Orangenschale. Erinnert tatsächlich ein klein-wenig an Foursquare, nur gefällt mir dieser hier wesentlich besser, da alles voller, tiefer und würziger rüberkommt. Sehr schöne und dubkle Nase! Gaumen: Intensiver und würziger Antritt mit Eiche und Zimt. Dann kommt eine auffällige Süße dazu. Dadurch sehr cremig! Hmmm wurde da etwas nachgeholfen? Die "Rare Collection" der "El Dorado"-Reihe ist ja eigentlich nicht nachgesüßt. Vielleicht wurde hier bereits beim Befüllen der Fässer gesüßt? Weiterhin Salz, Orangenschale und Rosinen. Dazu etwas Gummi. Abgang: Die Kokosnote aus der Nase wird hier ziemlich präsent. Zusammen mit einer "verdächtigen" Süße und ordentlich astringierender Eiche (Kaffee, Leder, Kakao).

Kommentar: Definitiv ein sehr schöner Rum. Allerdings ist der Preis von über 200€ (Ausgabepreis und auch heute) zu heftig meiner Meinung nach. Mein Verdacht der Süßung schmälert hier natürlich auch etwas meine Euphorie. Ich finde die Süße auffällig, wenn auch bei weitem nicht so krass wie beispielsweise beim El Dorado 15 oder 21.
87 Punkte

El Dorado Skeldon "SWR" 2000/2018

Alk. % vol: 58.3 | Abfüller: Original | Land: Guyana

Nase: Auch diesen lasse ich eine Stunde atmen. Der Grundcharakter, der mir aus dem Glas entgegenschwebt, ist im Groben ähnlich: Ein lange (tropisch) gereifter Melasse-Rum, der in einer Column-Still destilliert wurde. Man merkt hier aber deutlich die 4 Jahre mehr im Fass. Ich habe hier altes Holz, Kakao, Kaffee, Karamell, Orangenschale, Vanille, Walnüsse, Rosinen und getrocknete Aprikosen. Die Salz- und Kokosnoten sind weniger präsent. Nach einer Weile schimmert im Hintergrund auch etwas Gummi durch. Eine wirklich schöne Nase. Gaumen: Wieder würziger Eichenbetonter Antritt. Darauf folgt eine cremige, Rosinen-Süße, die aber hier weniger "verdächtig" ist als beim Albion. Abgang: Wie auch beim Albion wird die Eichenwürze, Kokos und aber auch die cremige Süße stärker. So ganz koscher kommt mir das hier auch nicht mehr vor. Kommt diese Süße hier tatsächlich nur von der Eichenlagerung?

Kommentar: Kommt insgesamt edler und gesetzter als der Albion rüber. Irdgenwie auch etwas ehrlicher. Am Ende des Abends hat der Skeldon etwas die Nase vorn bei mir, auch wenn mir bei beiden die Preise zu hoch sind, um mir eine ganze Flasche zuzulegen.

89 Punkte


Dienstag, 28. Januar 2020

2x "Nymphs of Whisky" von whic.de


Zur Transparenz: Die Samples des heutigen Posts wurden mir von "whic (UG)" kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle; ich habe mich sehr gefreut! Es wurde aber seitens des Sponsors keinerlei Vorgaben gemacht wie, wann und ob ich diese Samples hier auf dem Blog bespreche. (Link zu whic.de)

Die "Nymphs of Whisky" ist eine beliebte Serie des Onlinehändlers - und in diesem Fall auch unabhängigen Abfüllers. Sie ging mit diesen beiden Abfüllungen Mitte/Ende 2019 in die zweite Runde.