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Freitag, 9. Juli 2021

Velier Demerara UItvlugt 1996 M.GS vs. 1997 ULR


Ich freue mich sehr auf diesen Post, denn es geht erneut in das Reich der berühmten Velier Demeras. Dieses Mal mit zwei Abfüllungen aus der French Savalle Column Still, die bis 1999 noch bei Uitvlugt stand, bevor sie - wie alle anderen - nach Diamond verlegt wurde. Auf den alten Pfaden der Velier-Abfüllungen den Guyana-Dschungel zu erforschen ist etwas ganz besonderes in der heutigen Zeit. Sie zeigen so eindrucksvoll welch unfassbar gute Rums einst in Guyana hergestellt wurden und werfen gleichzeitig die Frage auf, warum D.D.L. (Demerara Distillers Limited) dieses Qualitätsniveau mit ihren eigenen High-End Abfüllungen (El Dorado Rare Collection) größtenteils nicht erreicht! Ist es ein Wissensverlust über die Generationen? Ein bewusster Rückschritt der Wirtschaftlichkeit halber (angeblich gleiche Fermentation für fast alle Stile z.B.)? Ich hoffe sehr, dass Leute, die tiefer in der Materie stecken und die nötigen Connections haben, da vielleicht eines Tages mehr ans Licht bringen!
Uitvlugt 1996/2014 "Modified GS"
Velier, 57.2%
Diese war eine der letzten Abfüllungen, die Velier noch machen konnte bevor Yesu Persaud (damals Vorsitzender bei D.D.L) in den Ruhestand ging und damit die spezielle Connection zu D.D.L abriss. Wofür "Modified GS" steht, ist leider nicht bekannt (oder zumindest konnte ich es nicht herausfinden). "S" steht allerdings relativ sicher für "Savalle". RumX App Link
NASE: Schöne Klebstoffnoten dominieren zuerst. Diese gehen merklich zurück mit der Zeit im Glas. Dahinter zuerst Schokolade, Vanille, Kokos und Rosinen. Nach einiger Zeit des Atmens entwickelt sich eine (für mich) unfassbar schöne Aromenkombination aus Walnußöl (teilweise auch leicht angebrannte, karamellesierte Walnüsse), getrockeneten Aprikosen und getrockneten Pflaumen mit Zimt und Nelken. Eine sehr schöne, dunkle und warme Nase, die mich persönlich ziemlich abholt. Die Nase ist nicht so komplex wie beim folgenden ULR, aber dafür sehr intensiv fokusiert auf die Aromen, die ich sehr mag.

GAUMEN: Sehr süß (auf natürliche Weise), cremig und intensiv mit viel Toffee, Kokos und Rosinen. Im Hintergrund etwas Möbelpolitur und besagte Walnuß- und Fruchtkombination.

ABGANG: Wieder sehr "rummig" mit Kokos, Karamell und Rosinen. Dazu eine schöne Eichenwürzigkeit ohne dabei bitter zu werden. Es bleibt cremig und süß.

93/100
Uitvlugt 1997/2014 "ULR"
Velier, 59.7%
Auch diese Abfüllung gehört zu den letzten ihrer Art. ULR steht für "Uitvlugt Light Rum" und soll - wie der Name schon vermuten lässt - ein leichteres Destillat aus der besagten Savalle Column Still sein. RumX App Link
NASE: Direkt nach dem Einschenken strömen Unmengen an UHU-Noten aus dem Glas. Dazu etwas Nüsse und Rosinen. Schonmal ein guter Start, aber der wird sich definitiv noch öffnen, wenn man ihm Zeit gibt. Nach 30-60 Minuten wird das Bouquet komplexer und die Klebstoff-Noten beruhigen sich. Ich rieche jetzt einen sehr schönen Mix aus "süßen" Klebstoffen, Maraschino-Kirschen, etwas tropischen Früchten, Vanille, Karamell, Kokos und floralen Parfümnoten. Die Aromen sind verwoben und zugleich präzise einzeln greifbar. Ich hatte beim Tasting eine Phase, bei der mich die Kombination aus Klebstoff, Kirschen, Vanille und Karamell sehr an gute Bourbon erinnert hat. Im späteren Tastingverlauf ist dieser Eindruck (zumindest in der Nase) wieder etwas zurückgegangen.

GAUMEN: Sehr cremiges, volles, öliges und angenehm süßes Mundgefühl. Keine Spur von Alkohol. Absolute Spitzenklasse. Ich habe wieder die gleichen Bourbon-Assoziationen wie schon stellenweise in der Nase.

ABGANG: Klebstoff, Kokos und florale Noten beginnen, dann setzt Toffee ein und es gleitet lange mit Kokos und Toffee aus. Einiges an Eiche ist mit von der Partie ohne aber zu stark zu werden. Eine schöne Balance zwischen süß/cremig und trocken/würzig.

93/100
Müsste ich mich entscheiden von welchem der beiden Rums ich eine Flasche haben könnte, würde ich mich für den 1996 Modified GS entscheiden, auch wenn der 1997 ULR objektiv betrachtet (wenn das überhaupt möglich ist) komplexer und "besser" ist. Ich weiss z.B., dass einige meiner Rum-Buddies, deren Einschätzung ich ernst nehme, den ULR deutlich vorziehen. Der 1996 ist zwar simpler gestrickt, hat dafür aber diese Walnußöl-Aprikosen-Pflaumen-Note, die mich total abholt. Diesen "Flash"-Effekt hat der 1997 ULR nicht auf mich. Zu sehr erinnert der ULR mich einfach streckenweise an Bourbon (gerade am Gaumen). Versteht mich nicht falsch: Bourbon ist keine schlechte Assoziation, nur bekomme ich das für ein 1/20 des Preises ;-) Dennoch gebe ich beiden Rums hier die gleiche Punktzahl... um Streit und schlechte Kommentare in der Cummunity zu vermeiden... Haha, Spaß beiseite: Beide Rums sind einfach top und ich kann jeden verstehen, der den ULR deutlich besser findet.

Sonntag, 24. Januar 2021

11x Port Mourant (Silver Seal 89, Velier 93, ...)

Heute geht es mal wieder nach Guyana. Dieses Mal mit einem großen Sammel-Post, der mehrere Tasting-Sessions zusammenfasst. Irgendwie konnte ich die Samples nicht durchgängig sinnvoll in mehrere Posts aufteilen. Von daher müsst ihr euch jetzt hier durch den langen Post durchkämpfen ;-)
Alle Rums des heutigen Posts wurden in der Double Wooden Pot Still von ehemals Port Mourant (dann ab 1955 bei Albion, dann ab 1968 bei Uitvlugt, dann ab 1999 bei Diamond) gebrannt. Die heutigen Abfüllungen stammen teilweise aus der Uitvlugt-Ära und teilweise aus der Diamond-Ära nach 1999/2000. Auch sind tropisch gereifte und solche, die in Europa ihre Reifezeit verbracht haben, dabei. Auf gehts...
Port Mourant 2008/2018 MPM GY
Whisky Broker, 60,1%,
NASE: Wie bei dem Alter zu erwarten war, ist der Charakter der Nase genauso Weißwein-hell wie der Rum selbst. Ich rieche viel Anis, grünes Holz, eher saure und unreife Früchte wie Zitrone, Äpfel und grüne Bananen. Das Bouquet ist sehr clean, irgendwo angenehm, aber nicht wirklich inspirierend. Aber Halt! Nach ca. 1 Stunde des Atmens kommt noch eine recht schöne Nougat- und Schokoladennote dazu, die mich hier ehrlich gesagt überrascht.

GAUMEN: Die 60% drücken zwar ordentlich auf der Zunge, sind aber meiner Meinung nach ganz okay eingebunden. Es macht sich schnell eine ölige, cremige Süße im Mundraum breit, die an Zuckersirup mit Anis und etwas grünen Bananen erinnert.

ABGANG: Es kommen leichte Bitternoten aus der Eiche dazu. Dazu wieder eine gewisse Süße, Anis und grüne Bananen.

KOMMENTAR: Am Ende ist es einer der vielen Abfüllungen, die es nicht wirklich gebraucht hätte, auch wenn sie ganz nett ist.
79/100
Port Mourant 2008 10 Jahre MPM
The Rum Cask, 53,6%, Sherry-Finish
NASE: Das Sherry-Finish macht sich direkt bemerkbar (wenn auch bei weitem nicht dominant) und integriert sich gut in die typischen Port-Mourant-Aromen. Vom Destillat und der Ex-Bourbon-Reifung bekomme ich Anis, nasses Holz (wie so oft bei Port Mourant), Nelken, Äpfel, helle Zitrusfrüchte und etwas Toffee. Dazu gesellen sich Aromen von Trockenfrüchten, Nüssen und etwas Leder, die ich dem Sherry-Finish zuordnen würde. Eine schöne Nase.

GAUMEN: Rund, cremig, ölig und süß. Es schmeckt genauso wie es riecht. Sehr viele Trockenfrüchte, Melassenoten mit Nelken und Lakritz und dazu ordentlich Toffee. Im Hintergrund dann Anis und Süßholz.

ABGANG: Der Abgang ist das unspektakulärste des Rums, der sich mit Trockenfrüchten und Melasse eher schnell als langsam verabschiedet.

KOMMENTAR: Eine schöne Kombination aus jungem Rum und Sherry. Echt empfehlenswert (falls man ihn überhaupt noch kaufen kann).
85/100
Port Mourant 2002/2020
Black Label Edition
The Whisky Mercenary, 51,7%,
NASE: Merklich reifer als seine jüngeren Kollegen. Saftige Früchte wie Aprikosen und Orangen bilden zusammen mit Marzipan und einer schönen harmonisch integrierten Anisnoten das Bouquet. Wie oft hat die Nase einen cremigen Charakter und gefällt mir.

GAUMEN: Ölig, cremig und fruchtig-süß. Die Eindrücke aus der Nase ziehen sich fort. Zusätzlich kommt noch eine etwas sonderbare Note dazu, die mich an Papier erinnert und mir hier nicht so wirklich gefällt.

ABGANG: Es geht weiter mit Bananen, Ananas, Anis und Fenchel. Und leider wieder dieses Papier. Hhmm schade.

KOMMENTAR: Solide und lecker, aber nicht spektakulär. Die Papiernote hat leider 1-2 Punkte gekostet.
84/100
Port Mourant 2003/2016
Silver Seal, 51%,
NASE: Die Nase hat einen sehr hellen Charakter. Viel Anis, Zitrusfrüchte und eine leicht cremige Joghurtnote. Das Bouquet ist angenehm und macht was her, trifft aber nicht so richtig meinen Geschmack, da die Anis- und Zitrusnote mir hier doch schon zu viel wird.

GAUMEN: Es geht solide und angenehm weiter mit Anis, einer schönen Cremigkeit, die wieder an Joghurt erinnert und einer süß-sauren Fruchtigkeit. Lecker.

ABGANG: Die Süße und Cremigkeit nimmt zu und das Ganze wird zu griechischem Joghurt mit Honig, etwas Zitrone und Anis.

KOMMENTAR: Ein leckerer Rum, der am Gaumen und Abgang nochmal aufholt (für mich). Insgesamt kein Aromenfeuerwerk, aber die Cremigkeit und Süße ist beim Trinken schon echt lecker und angenehm.
84/100
Port Mourant 2003/2017
Blackadder Raw Cask, 63%,
NASE: Anfangs schwebt da ein deutlicher Alkoholschleier über dem Rum, der teilweise sogar etwas muffig wirkt. Mit etwas Zeit und Wasser entspannt sich der Rum etwas und gibt Toffee, Nüsse und Milchschokolade frei. Die Früchte (hier Bananen und Rosinen) und Anisnote sind eher hintergründig. Ich habe hier keinerlei Ähnlichkeiten mit dem Silver Seal des gleichen Jahrganges (2003).

GAUMEN: Süß und intensiv mit Banane, Vanille und etwas Anis. Der Alkohol ist leider ziemlich präsent und überdeckt den Rest. Eine Verdünnung auf deutlich unnter 60% bringt zwar noch etas Milchschokolade hervor, der Alkoholstich bleibt aber dennoch. Was sich in der Nase schon angedeutet hat, ist hier leider schon sehr unangenehm geworden.

ABGANG: Zuerst cremig und süß, aber dann kommt der Alkohol wieder nach vorne udn brennt ordentlich im Mund und an den Lippen. Auch mit der Verdünnung.

KOMMENTAR: Das war nichts. Nicht zu empfehlen aus meiner Sicht.
74/100
Velier Port Mourant 1993/2006
Velier, 65%,
Einer der berühmten Velier Demerara Abfüllungen und zudem noch eine der "bezahlbaren" im Vergleich z.B. zu den 1970er Jahrgängen, die mittlerweile für mein Budget unerreichbar sind. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Meine ersten Eindrücke ein paar Minuten nach dem Einschenken sind erstens: Viel Eiche für lediglich 13 Jahre. Die Fässer müssen ziemlich aktiv gewesen sein. Zweitens: Die 65% können sich nicht verstecken und liegen wie eine Schicht über dem Rum. Und drittens: Ich habe kein starkes Port-Mourant-Gefühl. Der Rum wirkt auf mich eher wie ein "Blended in the Barrel" mit großen Column-Anteil. Ich denke der braucht noch einiges an Zeit zum Atmen. Er wird mit der Zeit etwas zahmer, aber alle Eindrücke von oben bleiben bestehen. Ich rieche einiges an Klebstoffen (durchzogen von Alkoholdämpfen), Marzipan, Mandarinen, Orangen, Kokos und floralen Noten, die teilweise dann doch an Anis und derartiges erinnern. Bisher aber nichts, was mich sehr begeistert. Ein Tropfen Wasser tut der Nase aber auf jeden Fall gut.

GAUMEN: Die 65% sind hier besser eingebunden und brennen eigentlich überhaupt nicht. Die Anis-Note wird hier deutlicher und es ist zweifellos als Port Mourant zu erkennen. Dazu Mandarinen (aus der Dose größtenteils), Eichenwürze und etwas Toffee. Das Mundgefühl ist weich, cremig und generell angenehm mit einer zarten Süße. Auch hier hilft der Tropfen Wasser meiner Meinung nach.

ABGANG: Geprägt von Zitrusnoten, Eichenwürze und Anis.

KOMMENTAR: Zum Ausgabepreis von damals vermutlich weit unter 100€ ein sehr guter Rum, keine Frage. Die heutigen (Sammler-)Preise auf dem Privatmarkt von ca. 700€ und die generellen Erwartungen an Velier Demeraras kann dieser Rum aber nicht gerecht werden. Zumindest für mich und (was man so hört) auch einigen anderen.
86/100
Port Mourant 1997/2019
Silent Ambassador, 51,4%,
NASE: Schöne Kombination aus hellen, reifen Früchten und Gewürzen. Ich rieche saftige Aprikosen (teilweise erinnernd an süße Dosenaprikosen), Mandarinen und dazu 1-2 Rosinen. Dazu die typischen Gewürze wie Anis. Das Ganze wird abgerundet durch cremige Cashews und etwas zarte Vanille. Eine schöne, harmonische, aromatische und süß-cremige Nase. Man merkt ihm das gehobene Alter an ohne dass sehr viel Eiche mitschwingt.

GAUMEN: Kraftvoll, cremig, würzig, leicht fruchtig-süß und auch etwas salzig. Trifft 1:1 meine Erwartungen aus der Nase. Die 22 Jahre im Fass zeigen sich dann hier etwas deutlicher als noch in der Nase: Es ist würzig und leicht kribbelig im Mund.

ABGANG: Süßholz, Anis und ein cremig-süßes Mundgefühl prägen den Abgang. Der würzige, kribbelnde Effekt zieht sich weiterhin parallel zur Cremigkeit durch.

KOMMENTAR: Ein richtig schöner und ausgewogener Rum. Die Port-Mourant-Gene sind sofort zu erkennen und werden toll unterstützt durch eine schöne Reife.
89/100
Port Mourant 1997/2013
Banks Connoisseur's Cut, 59,58%, Whisky-Finish
NASE: Hier bekomme ich viel unreife, helle und saure Früchte (wie etwa sauren Apfel und Grapefruit), Anis, Klebstoff und feuchtes, grünes Holz. Im Hintergrund ist eine saure und salzige Note, die mich tatsächlich etwas an Gewürzgurken erinnert. Ist das das Whiskyfass? In dieser Disziplin hat er schonmal keine Chance gegen seine Vorgänger.

GAUMEN: Wir bewegen uns hier in der gleichen Aromenwelt wie in der Nase. Der Grundcharakter ist hell, sauer und salzig, was mir meistens nicht zusagt. So auch hier. Die sonderbare "Gewürzgurken-Note", die ich in der Nase hintergründig wahrgenommen habe, hat sich gewandelt und ist stärker geworden. Ich habe jetzt hier alte-nasse-Pappen-Gefühl (mit viel Salz). Nicht schön (für mich).

ABGANG: Es wird zuerst cremiger und süßer, dann aber wieder saurer und salziger mit einem kleinen Schärfe-Kick.

KOMMENTAR: Das ist einfach nicht meine Aromenwelt. Zudem habe ich ehrlich gesagt das Gefühl, dass diese Abfüllung auch einfach nicht sonderlich gut ist.
72/100
El Dorado Port Mourant 1997/2017
D.D.L., 57,9%,
Die einzige Alternative zu den tropischen Veliers ist die El Dorado Reihe von D.D.L., die in der Regel sehr gut ist, aber auch nicht gerade gepusht und gepflegt wird von D.D.L., was natürlich bei uns Rum-Nerds nicht gut ankommt. Warum diese Abfüllungen nur so sparsam released werden, dürfte einfach daran liegen, dass die meisten Fässer für die (gesüßten) El Dorado Blends (12er - 25er) weggehen. Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass D.D.L mit den Rare Cask Abfüllungen in großem Maßstab in Amerika und Europa mehr Geld verdienen könnte als mit den teilweise recht preiswerten Blends. Dazu ist aber ein Umdenken nötig. Rum Tasting Notes App Link
NASE: 20 Jahre Reifung in Guyana hinterlassen einfach ihre Spuren. Die Aromen, die mir hier entgegenkommen sind dunkel, schwer, süß und insgesamt einnehmend. Wie aber auch beim Velier 1993 ist die Anisnote kaum wahrnehmbar, was in dem Fall des El Dorados aber nicht am Jahrgang liegen wird, denn seine beiden Jahrgangskollegen haben definitiv einiges an Anis und ähnlichen Gewürzen. Wie auch beim besagten Velier habe ich ein "Blended in the Barrel"-Gefühl, was nichts negatives zu bedeuten hat. Ich rieche hauptsächlich viel Kokos, Toffee, Kakao, Kaffee, Zimt, Nelken, Rosinen und ein schöne Klebstoffnote. Alles eher Beschreibungen für ein Demerara-Column-Rum-Profil. Mir gefällt die Nase sehr gut auch wenn ich blind nicht auf Port Mourant gekommen wäre.

GAUMEN: Weiches, aber volles Mundgefühl. Karamell, Kokos, Milchkaffee, -schokolade... und Gewürze. Ja, Port Mourant kämpft sich hier wieder durch.

ABGANG: Anis/Laktritz, Süßholz, Kakao und Rosinen. Hier habe ich am deutlichsten das Gefühl, dass es sich um einen Port Mourant handelt.

KOMMENTAR: Der Rum gefällt mir richtig gut! Er ist zwar nicht der komplexeste und Leute, die einen Bilderbuch-Port-Mourant mit viel Anis suchen, werden sicherlich enttäuscht, aber die Aromenwelt und Intensität sprechen mich hier richtig an.
91/100
Port Mourant 1998/2017 Oloroso Finish
S.B.S, 62,4%,
NASE: Man merkt ihm den recht hohen Alkoholgehalt anfangs deutlich an mit einen spürbaren Alkoholdunst. Dazu leider eine wahrnehmbare Schwefelnote von den Sherryfässern. Kein schöner Start für mich. Ich lasse ihn ohne Glasdeckel weiter lüften... Es hilft etwas. Der Alkoholdunst ist weg, aber die Schwefelnote bleibt dennoch. Leider ist Schwefel für mich (fast) immer ein Deal-Breaker. Ich gebe ein paar Tropfen Wasser hinzu, da ich das Bouquet noch relativ verschlossen finde... Die Schwefelnote lenkt mich sehr ab und brauche eine gewisse Zeit des Riechens, um sie etwas ausblenden zu können. Die restlichen Aromen sind größtenteils von der dunklen Sorte: Melasse, Trockenobst (wieder sehr stark Pflaume) und Nüsse. Teile des Trockenobstes und der Nüsse stammen sicherlich vom ehemaligen Oloroso-Sherry. Dazu Klebstoffnoten/Lösungsmittel. Die Gewürze wie Anis und Fenchelsamen werden schon deutlich überdeckt, aber es ist zweifellos als Port Mourant zu erkennen. Eigentlich ein sehr schöner Mix, wäre da nicht der Schwefel.

GAUMEN: Die Sherrynoten sind deutlich zu spüren mit süßen Trockenfrüchten und Nüssen und leider wieder dieser pilzigen Schwefelnote. Das Mundgefühl als solches ist aber sehr angenehm. Cremig, weich und süß und dennoch intensiv.

ABGANG: Die Süße nimmt weiter zu. Kandierte Früchte, Dosenfrüchte mit Zuckerwasser. Und dazu Anis und Süßholz.

KOMMENTAR: Puh! Die Wertung fällt mir schwer ist mit Vorsicht zu genießen. Wenn ich die Schwefelnote nicht wahrnehmen würde, dann würde ich dem Rum vermutlich so ca. 85 Punkte geben. Aber ich nehme sie leider als für mich sehr störend wahr. Das Sherry-Finish hat, anders als beim 10-jährigen von The Rum Cask, hier für mich den Rum ruiniert.
78/100
Port Mourant 1989/2020
Silver Seal, 55,8%,
Hier haben wir es definitiv mit einem der Highlights des Jahres 2020 zu tun. Ein so alter Demerara-Rum aus einer längst vergangenen (und verlernten?) Herstellungs-Ära ist nicht alltäglich. Aus dem 1989er Jahrgang gibt es noch einen Samaroli und einen Duncan Taylor. Beide kenne ich leider nicht und daher kann ich auch keine direkten Vergleiche dazu ziehen. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Ein schweres, dunkles, volles und süßes Bouquet empfängt mich nach dem Entfernen des Glasdeckels. Die saftigen Früchte (wie etwa beim 1997er Silent Ambassador) sind zu kandierten und getrockneten Vertretern ihrer Art geworden. Eine sehr schöne und intensive Pflaumen- (getrocknet) und Melassenote macht sich breit. Weiterhin kommt mir da eine richtig heftige Karamell-Schoko-Note zusammen mit gerösteten (salzigen) Erdnüssen, die mich an gute Bourbons oder auch an Snickers erinnern sowie ein guter Schuss Möbelpolitur, Kokos und Kaffee entgegen. Die typischen Port-Mourant-Gewürze (Anis etc.) sind für mich kaum mehr wahrnehmbar, was dieser Wahnsinns-Nase aber überhaupt nicht schadet. Die Aromen entwickelnd sich und verschieben ihre Anteile immer wieder über die Zeit. Ein herrliches und komplexes Bouquet!

GAUMEN: Würzig-trocken mit einer dezenten Süße. Melasse, getrocknete Pflaumen, Walnüsse, Kaffee, Leder und Tabak.

ABGANG: Deutliche Bitternoten mit Bleistiftspähnen und allerlei Röstaromen wie angebranntes Toast, stark gerösteter Kaffe usw.. Hier wird es mir etwas zu trocken und eichenlastig muss ich zugeben.

KOMMENTAR: Ein extrem guter und sehr einnehmender Rum, der bei mir lediglich im Abgang nicht ganz so punkten konnte. Bis auf den Abgang erinnert mich der Rum sehr an den Rum Artesanal REV 1994 mit seinen herlichen Pflaumen- und Melassenoten.
93/100
Die 3 deutlichen Gewinner dieses Posts (Silver Seal 1989, El Dorado 1997 und Silent Ambassador 1997) stammen alle aus der Uitvlugt-Ära. Liegt es daran, dass nach der Zusammenlegung mit Diamond verlernt wurde, wie es "richtig" geht? Oder liegt es einfach nur am Alter, die die Jahrgänge nach 2000 naturgemäß alle noch nicht erreicht haben? Ich denke leider ersteres trifft zu und hoffe auf letzteres!

Freitag, 15. Januar 2021

Velier EHPM 1998 & El Dorado Enmore 1996 EHP

Rums mit dem Mark/Marque "EHP", die in der Wooden Coffey Still von ehemals Enmore und ab 1995 dann bei Uitvlugt gebrannt wurden, sind eher selten. Der Großteil davon wird vermutlich in den El-Dorado-Blends verschwinden. Zum Vergleich werde ich mir heute nochmal den El Dorado Enmore 1993 EHP danebenstellen, den ich als etwas "langweilig" und "spanisch" in Erinnerung hatte. Dieser stammt noch aus der Zeit bei Enmore. Demnach haben wir heute zwei reine EHPs und einen Blend aus EHP und PM im Glas. Laut Velier wird dieser Blend aber von EHP dominiert. Alle Rums reiften bei DDL in Guyana unter tropischen Bedingungen.
El Dorado Enmore 1996/2017 EHP
D.D.L., 57,2%,
NASE: Mich empfängt eine schöne, dunkle und intensive Demerara-Column-Still-Nase mit Kokos, Karamell, Marzipan, Kakao, Orangenschale, Nelken und Zimt. Dieser Aromenmix wird noch ergänzt durch einen guten Schuss Klebstoff und Lösungsmitteln und alles zusammen ist verpackt in einem alten, feuchten Ledersack. Mir gefällt das Bouquet sehr gut. Der El Dorado 1993 EHP kann da einfach nicht mithalten und wirkt neben dem 1996er etwas wie ein Langweiler und wie ich eingangs erwähnte erinnert mich der 1993er eher an Rums des spanischen Stils.

GAUMEN: Viel Karamell, Kokos und ein paar Rosinen. Sehr klassisch Column-Still. Trotz einer leichten, angenehmen Süße breitet sich einiges an trockener, würziger Eiche (ohne Menthol oder Bitterstoffen) im Mundraum aus. Bis auf etwas Rosinen sind da keine Früchte, sondern die Süße kommt vom Kokos- und Karamell-Eindruck. Der Alkohol schiebt ordentlich, ist aber überhaupt nicht unangenehm oder schlecht eingebunden.

ABGANG: Es kommen Milchschokolade/-kaffee und Nelken dazu. Hintenraus wird es zunehmen trockener und die Mundschleimhäute ziehen sich leicht zusammen.

90/100
Velier Enmore and Port Mourant
1998 EHPM 16 Jahre
Velier, 62,2%,
NASE: Obwohl das Velier-Bottling 4 Jahre jünger ist, wirkt es älter und dunkler. Ich habe hier etwas weniger Kokos und Lösungsmittel, dafür aber mehr erdige, ledrige Noten, mehr Kakao, Kaffee, Rosinen und (nasse) Eiche. Dazu einiges an Nelken, Melasse und kandierten Orangenschalen. Auch bekomme ich eine schwere Fruchtigkeit, Lakritz und Gewürzen, Samen und Kräutern im Hintergrund, die ich dem Port-Mourant-Anteil zuschreibe. Und sind da nicht noch 2 Tropfen Diesel, Teer und etwas angebranntes Gummi zu riechen?! Die Velier-Nase gefällt mir ein gutes Stück besser, weil sie komplexer und spannender ist. Mit der Zeit und nach den ersten kleinen Schlücken wird die Port-Mourant-Note deutlich stärker.

GAUMEN: Port Mourant schiesst nach vorne. Nasses Holz, Lakritz, Leder, etwas Erde. Dazu eine schöne rosinig-karamellige Süße. Kokos und Honig gesellen sich dazu. Richtig lecker! Die 62% Alkohol sind nicht zu spüren. Richtig gut eingebunden.

ABGANG: Wie der El Dorado sehr trocken. Etwas Rosinen und dunkle Schokolade sind zu Beginn noch da, weichen dann aber den trockenen Gewürzen und Eichentönen.

93/100
Für mich, der sich Stück für Stück in die Velier-Demerara-Welt reintastet (zumindest in die bezahlbaren), zeigt es sich immer wieder, dass da einfach richtig gute Benchmark-Rums von Luca Gargano und Velier ausgesucht und abgefüllt wurden. Die Preise, die für diese Rums heute verlangt und auch bezahlt werden, sind nicht einfach nur Sammler-Preise, sondern sind auch direkt an diese unfassbare Qualität gekoppelt, die D.D.L. mit ihrer "El Dorado Rare Cask"-Serie nicht erreicht. Auch, wenn mir diese echt gut gefallen. Also nicht falsch verstehen: Der heutige El Dorado Enmore 1996 EHP ist ein richtig guter Rum, der so einige heutige Column-Still-Rums in den Schatten stellt. Aber er hatte einfach den falschen Gegner ;-)

Montag, 7. Dezember 2020

Demerara-Rum: Enmore-Versailles 1990/1992

Heute schaue ich mir 4 Rums an, die alle komplett in Europa gereift sind und Anfang der 1990er Jahre in der Single Wooden Pot Still von ehemals Versailles gebrannt wurden. Ab Ende der 1970er, als Versailles schloss, befand sich diese Pot Still aus Holz bei Enmore, bis Enmore dann 1994 geschlossen wurde. Wie man im Titelbild schon sieht oder erahnt, werde ich mir den sagenumwobenen und phänomenalen 1994er Versailles REV von Rum Artesanal und den durchaus umstritteten KFM der Flensburg Rum Company, die beide ebenfalls noch bei Enmore gebrannt wurden, danebenstellen.
Guyana 1990/2015
Rum Artesanal, 61,2%
NASE: Der Grundcharakter zu Beginn ist eher hell, cremig, leicht säuerlich und kräuterig. Joghurt, dazu etwas Bleistiftspähne, ein paar Trockenfrüchte, ein paar Tropfen Zitrone und gemischte Kräuter, die ich nicht weiter benennen kann. Der hohe Alkoholgehalt lässt ihn zuerst etwas verschlossen wirken. Auch wenn er sich von den 1992ern und den beiden Vergleichsrums schon deutlich unterscheidet, so ist hier sehr deutlich diese "Versailles"-Grundnote drinnen, die ich noch nicht so gut greifen und beschreiben kann. Nach über einer Stunde Standzeit entwickelt sic zusätzlich noch eine absolut herrliche Kaffee-Nougat-Kombination, die den Grundcharakter deutlich mehr in Richtung "dunkel" verändert.

GAUMEN: Die über 60% verstecken sich nicht. Das britzelt schon ganz gut auf der Zunge. Hier wird es wieder etwas heller im Charakter. Saure Grundkomponenten wie Grapefruit und dazu einiges an kribbelnder Eichenwürze und Kräutern. Es bleibt aber dennoch zum guten Teil cremig.

ABGANG: Süß-sauer, trocken. Grapefruit mit etwas Zucker drauf. Dazu Anis, etwas Süßholz und wieder (für mich) undefinierbare Kräuternoten.

KOMMENTAR: Die Nase hat mir deutlich besser gefallen als der Rest. Dennoch bleibt es ein sehr guter Rum für mich.
86/100
Guyana Enmore 1990/2017
Duncan Taylor, 54%
NASE: Sehr verwandt mit dem Vorgänger, was nicht sonderlich überrascht. Dieser hier ist aber sehr schnell offen und aromatischer, was vermutlich u.a. an der (sehr wahrscheinlich) stattgefundenen Wasserzugabe liegt. Nach der oben genannten längeren Standzeit gleicht sich das aber aus und diese Kaffe-Nougat-Note kommt bei weitem nicht so stark raus wie beim Rum Artesanal.

GAUMEN: Süß-sauer und ölig. Wieder etwas Grapefruit mit Zucker. Eichenwürze mit Leder und Gewürzen.

ABGANG: Zuerst süßlich, dann säuerlich und trocken.

KOMMENTAR: Ich habe Schwierigkeiten die Aromen zu beschreiben, ihr merkt es sicherlich. Dennoch gefällt mir der Rum sehr gut und ich gebe ihm die gleiche Punktzahl wie dem Vorgänger, da dieser hier mir etwas besser beim Trinken gefallen hat, dafür der Rum Artesanal in der Nase mehr punkten konnte.
86/100
Guyana 1992 25 Jahre
Kill Devil, 46%
NASE: Es wird dunkler. Zum einen, weil dieses Batch sehr wahrscheinlich beim Befüllen des Fasses seitens Enmore gefärbt wurde und zum anderen weil mir hier Pflaumenmarmelade, viele Trockenfrüchte, Kaffee, Leder, Bleistiftspähne und Tabak entgegenfliegen. Grundsätzlich dem 1994er RA REV nicht gerade unähnlich, auch wenn sich letzterer auf einem anderen Level bewegt. Mit 46% ist der Kill Devil das Leichtgewicht der heutigen Runde, aber das merkt man dem Bouquet nicht sonderlich negativ an, auch wenn es ihm etwas an Kraft fehlt. Das ist schon sehr gut!

GAUMEN: Hier ist die Verdünnung schon leider deutlicher zu spüren. Dem wurde da doch ganz schön Kraft genommen. Schade. Dennoch sind da viele leckere Aromen: Schokolade, Kaffee, Pflaumenmarmelade. Sehr lecker.

ABGANG: Es geht weiter mit diesen Aromen und zusätzlich entwickelt sich eine leichte Säure. Auch etwas Melasse und Kräuter spielen mit rein.

KOMMENTAR: Tolles Destillat in einem sehr guten Fass. Hier verhindert nur die Verdünnung die 90-Punkte-Marke. Beim nächsten sehen wir wie das Ganze ohne Wasser aussehen könnte...
88/100
Guyana MEC 1992/2020
Flensburg Rum Company, 59,8%
NASE: Deutlich verschlossen zu Beginn. Der wird brauchen im Glas... Dem Kill Devil ähnlich, aber intensiver und dunkler. Ich bekomme zusätzlich zu der Pflaumenmarmelade, den Trockenfrüchten und dem Leder noch einen ordentlichen Schuss Schoko- und Kaffeelikör. Dazu Nougat, Kirschen und Möbelpolitur. Das ist für mich schon ein anderes Intensitäts- und Aromenlevel als beim Kill Devil. Eine sehr gediegene und gesetzte Nase. Dennoch ist der RA REV einfach nicht zu schlagen mit seinen herrlichen, intensiven Pflaumen-, Tabak-, exotischen Gewürz- und Lederaromen.

GAUMEN: Kraftvoll und mundausfüllend. Sehr ölig. Pflaumensüße, Trockenfrüchte und ordentlich Eiche (aber bei weitem nicht zu viel). Erdige Melassenoten. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

ABGANG: Sehr trocken. Viel erdige Melassenoten mit Eisennoten. Dieser sehr schöne Aromenmix bleibt lange im Mundraum hängen.

KOMMENTAR: Darf ich vorstellen: Mein Platz 2 unter den 6 Versailles.
91/100
Wer den Vergleich zum Flensburg-KFM bisher vermisst hat: Dieser ist tatsächlich nur schwer vergleichbar mit den anderen heute. Der KFM ist (wie mittlerweile ja viele wissen) extrem fasslastig, was mir in der Nase noch echt richtig gut gefällt. Teilweise erinnert er mich heute an sehr eichenlastige Caronis wie beispielsweise den gelben Velier 1994.
Der RA REV 1994 hingegen lässt sich sehr gut mit den anderen vergleichen, vor allem mit den beiden 1992ern. Mir war zwar vorher schon bewusst, dass der REV sehr gut ist, aber das heutige große Vergleichstasting hat mir das nochmal mehr eindrucksvoll gezeigt.

Dienstag, 10. November 2020

El Dorado Rare Collection - Diamond 1998/2018 & Port Mourant/Diamond 2001/2017

Heute geht es mal wieder nach Guyana. Diese Rums reizen mich momentan ungemein und ich tauche immer tiefer ein in diese riesige und auch teilweise sehr verwirrende Welt der Demerara-Rums. Dieses Mal mit zwei Originalabfüllungen von DDL (Demerara Distillers Limited) aus ihrer "Rare Collection" Serie. Beide sind sogenannte "Blended in the Barrel"-Abfüllungen, d.h. es wurden bereits beim Befüllen der Fässer verschiede Stile (Marks/Marques) vermischt. Beide Rums lagen ihre volle Reifezeit im tropischen Guyana bei DDL.

Da wir es mit Rums aus der Metal-Coffey-Still von Diamond und der Double Wooden Pot Still von ehemals Port Mourant zu tun haben, schenke ich mir dazu als Einordungs- und Bewertungshilfe den richtig guten Velier Diamond 1999/2014 SVW und den sehr guten El Dorado Port Mourant 1999/2015 ein.
El Dorado Port Mourant & Diamond
PM & SVW 2001/2017
DDL, 54,3%, Zum 70. Geburtstag von Velier
Hier wurden die Marks PM aus der Double Wooden Pot Still von ehemals Port Mourant und SVW aus der Metal-Coffey-Still zusammen in Fässer gefüllt. Die Reihenfolge der Marks lässt vielleicht auf eine Gewichtung der Anteile schließen. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Sehr aromatisch, dunkel, süß und würzig kommt es aus dem Glas geflogen. Gebackene Banane, Dörrpflaumen, feuchter Tabak, Anis, Kakao, Muskat und Zimt. Port Mourant nehme ich hier sehr dominant wahr. Aber da ist noch mehr im Hintergrund. Klebstoff, Kokos und Rosinen, die ich dem SVW-Anteil zuschreiben würde. Sehr, sehr schönes und aromatisches Bouquet! Der El Dorado PM 1999 ist sehr ähnlich, wobei ich den 2001er als etwas intensiver und komplexer empfinde.

GAUMEN: Ölig, fruchtig-süß und würzig. Der Alkohol ist gefährlich gut integriert. Auch hier sind die Dörrpflaumen, Bananen und Gewürze sehr präsent, aber ich habe den Eindruck, dass sich hier der SVW-Column-Anteil mit seinem Tabak, Kokos, Kakao und Karamell etwas mehr durchsetzt, was auch der PM 1999 bestätigt, der deutlich mehr Gewürze aufweist. Der 1999er hat im Vergleich auch 7% mehr Dampf auf dem Kessel, den man ihm auch deutlich anmerkt.

ABGANG: Brombeeren, Minze und Anis kommen zuerst. Dann lösen mehr und mehr Kakao und Tabak ab. Ölige, fruchtige Süße und würzige Trockenheit halten sich die Waagschale. Am Ende baut sich eine wahrnehmbare Bitterkeit auf, die ich auch beim 1999er PM habe.

KOMMENTAR: Am Ende gefällt mir heute Abend der 2001 "Blended" einen Tick besser als der 1999er PM.
91/100
El Dorado Diamond
SVW & DLR 1998/2018
DDL, 55,1%, Zum 20. Geburtstag von CBH France
Hier wurden die Marks SVW und DLR bereits beim Befüllen der Fässer miteinander vermählt. Beide Destillate müssten aus der Metal-Coffey-Still stammen, da 1998 die Diamond Distillery noch nicht mit Uitvlugt zusammengelegt wurde und ursprünglich vermutlich nur diese Still hatte. Was DLR bedeutet, weiss ich ebenso wenig wie SVW. Ich denke aber mal es bedeutet Diamond Light Rum, also ein leichteres Destillat als das ziemlich wuchtige SVW. Warum der tolle SVW-Rum mit einem Light-Rum verdünnt werden musste, ist mir schleierhaft. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Ein schönes Demerara-Column-Still-Bouquet empfängt mich. Dunkel, süßlich, schwer und würzig. Süße Klebstoffaromen, Möbelpolitur, Kokosnussfleisch, Rum-Rosinen und Karamell sind meine Haupteindrücke. Dazu Tabak, Kakao, Zimt und Nelken. Die 20 Jahre im tropischen Klima können sich hier nicht verstecken. Der Rum kommt wuchtig und intensiv daher. Eine richtig schöne Rum-Nase! Im Vergleich zum 1999er SVW zieht er hier aber trotzdem knapp den Kürzeren. Der 1999er bringt all das oben genannte mit und ist zusätzlich noch dreckiger und öliger. Irgendwie komplexer... Aber nein doch nicht. Nach weit über Stunde macht der El Dorado Diamond 1998 nochmal mehr auf und legt nochmal richtig viel Kakao, Schokolade und Kaffee nach, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich denke es bleibt dennoch bei einem Mini-Vorsprung für den Velier.

GAUMEN: Intensiv und druckvoll. Karamell, Kokos, Tabak und ein Haufen trockener Backgewürze wie Zimt, Kakao und Nelken drücken ordentlich auf die Zunge. Der 1999er von Velier ist hier deutlich öliger und auch dreckiger und komplexer und hat hier nun deutlicher den Vorsprung.

ABGANG: Viel Kokos und die besagten Backgewürze. Sehr trocken und eichig, wobei aber die Eiche für mich an keiner Stelle zu viel wird. Der Abgang ist lang und wird immer trockener. Der vom Velier dagegen ist endlos und dabei nicht zu trocken, sondern ölig und leicht süßlich. Klarer Punktsieg für den Velier 1999.

KOMMENTAR: Am Ende bleibt der El Dorado Diamond 1998 ein richtig schöner Demerara, der sich hinter der Velier-Abfüllung nicht groß zu verstecken braucht. Ein reiner SVW aus der Zeit vor 2000 wäre eine klasse Ergänzung in der "El Dorado Rare Collection"-Serie und würde vermutlich auf großen Ansturm treffen.
92/100

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Flensburg Rum Company Guyana KFM 1991

Heute gibt es mal wieder ein einzelnes Review, denn ich habe ansonsten keine direkt vergleichbaren Samples in meinem Schrank und da der KFM gerade in vieler Munde ist und heiss diskutiert wird, ist ein zeitnahes Review hier auf dem Blog vermutlich interessanter als ein großes Vergleichstasting irgendwann in der Zukunft. Dennoch möchte ich den KFM nicht alleine im Glas haben und schenke mir den berühmten REV 1994 von Rum Artesanal ein - ebenfalls in der Versailles Still bei Enmore gebrannt. Ein separater Post mit mehreren Versailles aus Anfang der 1990er ist in Vorbereitung und wird nachgereicht ;-)

Auf die heutige Abfüllung will ich hier - wie üblich - gar nicht groß in der Theorie eingehen, sondern nur kurz umreißen. Das Mark KFM steht für “Kenneth Francis McKenzie” und ist ein alter Stil des Lusignan Estates, der bei Enmore mit der Versailles Still (einfache, hölzerne Pot Still) nachgeahmt wurde und bisher nur in ganz wenigen Abfüllungen erschienen ist. 1991 (Cadenhead’s und jetzt Flensburg Rum Company) und 2002 (Rum Nation) scheinen die einzigen bekannten Batches zu sein.

Der KFM ist mal wieder ein Rum, der die Nerd-Szene spaltet, was dessen Bewertung angeht. So wie etwa der berühmte Velier Caroni 1994 23 yo (gelbes Etikett). Bei all den unterschiedlich ausfallenden Bewertungen will ich aber noch anmerken, dass es - neben persönlichen geschmacklichen Abneigungen und Vorlieben - aus meiner Sicht zwei grobe Richtungen von Genießern gibt: Die Schnüffler, denen das Bouquet am wichtigsten ist und eben auch mit einer größeren Gewichtung in die Bewertung eingeht (oder zumindest könnte). Und auf der anderen Seite die “Trinker”, denen das Mundgefühl und die Aromen, die beim Trinken wahrgenommen werden, am wichtigsten sind. Ich zähle mich definitiv zu den Schnüfflern, das dürfte regelmäßigen Leser dieses Blogs bereits bekannt sein. Denn: Riechen kann ich bei entsprechender Aromenpower mehrere Stunden an einem Glas, wohingegen das eigentliche Trinken auf wenigen Schlücke begrenzt ist. Und gerade Gerüche haben eine große Wirkung auf unser Gehirn und unsere Erinnerungen. Das kennt denke ich jeder, dass bei bestimmten Gerüchen Erinnerungen aus seiner Kindheit oder anderer Situationen hochkommen. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass mich jeder Rum an meine Kindheit erinnert ;-), aber das Thema an sich finde ich richtig spannend. Das nur so am Rande. So, jetzt aber mal los...
Enmore/Versailles "KFM" 1991 29 Jahre
Flensburg Rum Company, 45,4%,
NASE: Schon nach kurzer Standzeit hat sich das Bouquet geöffnet und es strömen allerhand dunkler und schwerer Aromen aus dem Glas. Kaffee, Kakao, Schwarztee, Trockenobst aller Art (aber nicht fruchtig-süß, sondern eher herb-ledrig), Bleistiftspäne, Backgewürze, Leder und auch etwas Gummi, Teer und Mentholcreme im Hintergrund. Die Nase kommt sehr wuchtig rüber und es wird deutlich, dass wir es hier mit einer fasslastigen Abfüllung zu tun haben ;-) Mir gefällt das Bouquet richtig gut! Alles, was man von einem alten Demerara-Rum erwarten kann. Ich schwenke rüber zum Rum Artesanal REV: Auch eine richtig geile Nase! Der REV ist deutlich fruchtiger, etwas saurer und hat weniger Tannine. Beim REV bekomme ich getrockene Pflaumen/Aprikosen und Pflaumenmarmelade als Kernunterschied. Beide Abfüllungen sind in dieser Displizin deutlich unterschiedlich, aber beide auf richtig hohem Niveau; da fällt es mir schwer einen Favoriten zu wählen.

GAUMEN: Hier zeigen sich sofort deutlich Tannine und leicht säuerliche Noten. Viel Bleistiftspäne, dunkle Schokolade, Schwarztee und etwas Menthol. Ich muss gestehen, dass ich ihn am Gaumen etwas weniger bitter wahrgenommen hatte, als ich ihn das erste Mal auf die schnelle als Mini-Dram probiert hatte. Der niedrige Alkoholgehalt (natürliche Fasstärke) macht sich nicht negativ bemerkbar, obwohl es da natürlich an dieser Stelle Luft nach oben gäbe, ganz klar. Und beim REV: Andere Liga. Der kommt mit seiner herrlichen, fruchtigen Pflaumennote um die Ecke gebraust und lässt den KFM im Regen stehen.

ABGANG: Wie zu erwarten war, ziehen die Tannine weiter an. Dunkle Schokolade, Espresso, Schwarztee, Bleistifte, Gewürze und wieder einen Hauch Gummi und Mentholcreme. Ich muss aber sagen, dass mir die bitteren Tannine im Abgang wieder besser gefallen. Es bleibt ein recht schönes Mundgefühl und Aromenmix im gesamten Mundraum sehr lange hängen. Beim REV lässt die Pflaumen-Melasse-Kombi den KFM wieder hinter sich.

KOMMENTAR: Ich muss gestehen, dass mir der KFM - obwohl ich teilweise schon in diversen Facebook-Kommentaren rumgegröhlt habe, dass ich ihn richtig gut finde - nicht mehr ganz so gut gefällt, wie beim Erst-Kontakt. Ich schlüssle meine Bewertung ansonsten nicht weiter auf; heute mache ich es aber mal, da dieser Rum echt schwierig zu bewerten ist. Nase: 94/100, Gaumen: 79/100, Abgang: 88/100. Macht - bei größerer Gewichtung der Nase - insgesamt 89/100. Für Schnüffler ist der am Ende trotzdem noch richtig gut, für "Trinker", die mit deutlichen Bitternoten ihre Probleme haben, wird der schon echt grenzwertig teilweise.
89/100
In der Gesamtperformance hatte der KFM mit dem REV einen zu mächtigen Gegner, der in allen Disziplinen abgeliefert hat. Als Ausfall würde ich den KFM aber noch lange nicht bezeichnen. Dafür ist die Nase einfach zu fett und auch der Abgang ist schön. Über die 90er-Marke schafft er es dann bei mir aber doch nicht, weil hierfür einfach keiner der drei Teile (Nase, Gaumen und Abgang) deutliche Kritikpunkte haben darf.

Freitag, 18. September 2020

2x Port Mourant 1999 - Tropisch vs Continental

Mein kleiner Guyana-Ausflug geht weiter. Dieses Mal mit zwei Rums aus der ehemaligen Uitvlugt-Destillerie. Uitvlugt hat bis 1999 Rum gebrannt - 1999 war also der letzte Jahrgang in dieser Destillerie. Dort waren bis zur Schließung zwei Stills in Gebrauch: Einmal eine Savalle-Column-Still aus 2 bzw. bis zu 4 Säulen und die berühmte und uralte "Wooden Double Pot-Still", die 1955 von Port Mourant nach Albion und dann 1968 von Albion nach Uitvlugt verlegt wurde. Und eben genau aus letzterer kommen die beiden heutigen Rums. Mit Port-Mourants hatte ich bisher oft so meine Schwierigkeiten. Aber das kann auch an den eher jungen Abfüllungen neuerer Jahrgänge gelegen haben. Wir werden sehen...
El Dorado Port Mourant
1999 16 Jahre "PM"
DDL, 61,4%,
Hier haben wir es mit 16 Jahren tropscher Reifung in den Lagerhäusern von Uitvlugt und Diamond (DDL) zu tun. Rum Tasting Notes App Link.
NASE: Intensiv, fruchtig und dunkel. Würzig und ledrig zu Beginn. Die typischen Gewürze, die man von Port-Mourant-Rums erwartet sind sofort anwesend. Anis, Fenchel, Koriandersamen. Diese haben sich mit einer herrlichen, teils tropischen, Fruchtigkeit von Bananen, Mangos, Waldbeeren, Rosinen, Dosen-Aprikosen und Pflaumenmarmelade verbunden. Dazu machen sich die 16 Jahre in den Tropen durchaus sehr heftig bemerkbar. Karamell, Vanille, Leder, Tabak und Zimt bilden ein dunkles, schweres Fundament. Richtig geile Nase!

GAUMEN: Viel Eiche - hier wird die intensive tropische Reifung dann doch sehr deutlich - und eine warme (natürliche) Süße. Der Alkohol ist nicht zu spüren. Dazu Bananen, Mangos, Beeren, Zimt und Nelken.

ABGANG: Zuerst ordentlich Menthol von der Eiche, dann leicht pfeffrig scharf und trocken. Mit Anis, Fenchel und Lakritz/Melasse lange ausklingend.

KOMMENTAR: Die Nase ist echt bombastisch und würde bei mir bei weit über 90 Punkten liegen, allerdings macht sich beim Trinken die Eiche für meinen Geschmack dann doch etwas zu sehr breit. Deshalb "nur"...
89/100
Uitvlugt 1999/2018
18 Jahre "MPM"
Cadenhead's, 58,7%,
Wie lange dieser Rum noch in Guyana verbrachte oder ob er gleich als Bulk nach Europa kam, ist mir natürlich nicht bekannt. Aufgrund der recht hellen Farbe tippe ich hier aber auf 100%ige Reifung in Europa. Rum Tasting Notes App Link.
NASE: Im direkten Vergleich deutlich "leiser" und "heller" als sein Tropen-Bruder. Wieder Anis, Fenchel und Koriandersamen, aber eher subtil alles. Die Nase hat ein sehr cremig-süßes Grundgefühl: Gezuckerte Dosen-Aprikosen und -Ananas, etwas Bananen und viel cremige Vanille. Alles sehr filigran, angenehm und komplex. Hier haben wir wieder diese herrliche Fruchtigkeit, dieses Mal aber nicht ganz so tropisch, intensiv und dunkel. Sehr schöne Nase!

GAUMEN: Cremig, geschmeidig und süß. Wieder die Dosen-Früchte, Vanille und die Gewürze. Spiegelt 1:1 das Bouquet wieder.

ABGANG: Intensiver Auftakt, kurze Explosion im Mund. Blaubeeren, Minze, Anis und Vanille. Dann cremig-süßes Ausklingen.

KOMMENTAR: Der ist echt lecker. Im ersten Augenblick habe ich gedacht er könnte dem El Dorado nicht das Wasser reichen, aber weit gefehlt. Die Nase ist zwar nicht ganz so himmlisch wie beim Vorgänger, dafür kann dieser hier am Gaumen und im Abgang etwas mehr Punkten. Unentschieden ;-)
89/100
Sobald Port Mourants eine gewisse Reife haben, finde ich die anscheinend echt richtig gut. Oder lag das am Jahrgang 1999? Das gilt es noch herauszufinden...

Mittwoch, 19. August 2020

Velier Diamond SVW 1996 & 1999 15 y.o.

Nach den doch etwas enttäuschenden El Dorado "Blended in the Barrel" aus meinem letzten Post, geht es heute das erste Mal auf diesem Blog in das Reich der berühmten "Velier Demeraras", die 2014 leider ein plötzliches Ende gefunden haben. Ich habe (leider) lange inneren Widerstand dagegen geleistet, da Caroni als Laster eigentlich reichen sollte ;-). Wie es aber mit Versuchungen so ist, bin ich ihr nachgegangen...
Deshalb werfe ich heute einen Blick auf das Mark SVW der Diamond-Destillerie. (Hier der Link zum allseits bekannten Artikel von Marco von Barrel-Aged-Mind, für alle, die ganz tief in die Materie eintauchen wollen.) Da erst 1999 auch Uitvlugt geschlossen wurde und von dort die Stills von ehemals Versailles, Port Mourant und Enmore zur Diamond-Destillerie übergingen, stammen die beiden heutigen Abfüllungen mit dem Mark SVW noch aus der "ursprünglichen" Diamond-Destillerie und wurden dort mit einer Coffey-Still aus Metall destilliert. Sehr viel scheint aber zu den ursprünglichen Marks von Diamond nicht bekannt zu sein.
Diamond 1996 15 Jahre "SVW"
Velier, 64,6%,
5 Fässer des Marks SVW des Jahrgangs 1996 wurden 2011 im Alter von 15 Jahren miteinander vermählt. Rum Tasting Notes App Link.
NASE: Sehr intensiv! Ich habe hier ganz viel klassichen Rum-Flavour. Aber auf Crack! Trockenfrüchte, "Rum-Rosinen", Klebstoff und Möbelpolitur, Kokosnussfleisch, Tabak, Leder, Nelken, Zimt, Orangenschale und Orangeat, Kakao, Karamell, Vanille und etwas Melasse. Zu Beginn dominieren etwas die Klebstoff- und Möbelpoliturnoten, treten dann aber immer mehr in den Hintergrund. Definitiv ist eine gute Portion Eiche dabei. Der Grundcharakter des Bouquets ist trocken, eichenwürzig und zugleich fruchtig-süß. Nach ca. 3 Stunden des Atmens und ein paar Tropfen Wasser macht er plötzlich nochmal deutlich mehr auf. Aromenexplosion mit Orangenschale, Nelken, Zimt und Karamell. Sehr, sehr geil!

GAUMEN: Intensiv, süß, leicht cremig und ölig. Karamell, Vanille, Rosinen und Kokos. Auch hier kommen ein paar kleine Tropfen Wasser richtig gut. Die Liga der Nase erreicht er am Gaumen dann aber nicht. Trotzdem noch extrem guter Rum!

ABGANG: Orangen-Schub zu Beginn. Dann Kokos, Rosinen, Nelken, Zimt und Anis. Mittel-lang bis lang.

96/100
Diamond 1999 15 Jahre "SVW"
Velier, 64,7%,
5 Fässer des Marks SVW des Jahrgangs 1999 wurden 2014 im Alter von 15 Jahren miteinander vermählt. Rum Tasting Notes App Link.
NASE: Grundsätzlich ähnlich dem 1996er, was auch zu erwarten war. Dennoch erkenne ich einige klare Unterschiede. Der 1999er hat mehr Klebstoff, Möbelpolitur und sogar einen Hauch Gummi und insgesamt weniger Frucht wie Rosinen und Orangen. Er wirkt etwas verschlossener und leicht weniger komplex als der 1996er. Bei den Gewürzen liege ich hier eher auf der Anis-Seite, wobei der 1996er mehr Nelken und Zimt hat. Auch Wasser tut ihm gut, aber ohne großen Knall-Effekt. (Alles bitte auf dieses unglaublich hohe Niveau beziehen!)

GAUMEN: Wieder ähnliches Territorium. Etwas trockener, mehr Eiche, weniger Frucht.

ABGANG: Ölig, voll und intensiv mit Backpflaumen, Schokolade, Gewürzen, Menthol und etwas Gummi.

94/100
Am Ende hat der 1996 SVW dann doch die Nase vorn, obwohl sich beide (natürlich) in ähnlichen Aromenspektren bewegen. Der 1999er hat einfach deutlich mehr Eiche abbekommen und/oder das Destillat war bereits weniger aromatisch. Die Orangen-Nelken-Zimt-Fracht des 1996ers war einfach himmlisch! Nichtsdestotrotz ist auch der 1999er ein echt toller Rum. Beide zeigen, dass "normaler" Column-Rum, der "nur" 15 Jahre im tropischen Klima reifte echt richtiger Traumstoff sein kann. Ohne High-Ester- oder Caroni-Magic. Einfach "nur" Basic-Rum-Flavour in richtig gut. Puh, das waren jetzt viele Anführungszeichen am Schlus ;-). War echt lecker und ich fürchte, dass das nicht meine letzten Velier-Demeraras sein können hier auf dem Blog!

Samstag, 1. August 2020

El Dorado
"Blended in the Barrel" 2019

Diese Abfüllungen sind zwar nicht mehr brandaktuell, aber irgendwie kam ich bis heute nicht dazu sie zu probieren. Sicherlich wird auch ein Grund dafür sein, dass sie im allgemeinen nicht so gut in der Rum-Community ankamen. Ich fange einfach mal an...
Achso, was mir noch aufgefallen ist, sind die sehr niedrigen Fasstärken. Ich kann mir hier nur vorstellen, dass sie beim Befüllen der Fässer und Blenden der Marks bereits mit Wasser verdünnt wurden.
El Dorado
Diamond + Port Mourant 2010
DDL, 49,1%,
Hier wurden Rums aus der Metal-Coffey-Still von Diamond mit welchen aus der hölzernen Pot-Still von (ehemals) Port Mourant gemeinsam in Fässer gefüllt.
NASE: Dunkel und warm mit Rosinen, Nelken, Zimt und generell Melasse-Eindrücken. Angenehm, trotz eines leichten Alkoholstiches. Aber vom würzigen Port Mourant ist echt keine Spur!

GAUMEN: Süß mit Karmaell und Rosinen. Dazu Leder und Tabak. Das Mundgefühl und die Süße kommen wir wieder mal bei El Dorado etwas unrealistisch vor. Wurde da nachgesüsst?

ABGANG: Mehr Süße kombiniert mit herberen Noten wie Tabak, Kaffe/Kakao und Melasse.

KOMMENTAR: Generelles Kommentar zu allen weiter unten. Rum Tasting Notes App.
79/100
El Dorado
Port Mourant + Uitvlugt 2010
DDL, 51%,
Hier wurden Rums aus der hölzernen Pot-Still von (ehemals) Port Mourant mit welchen aus der French-Savalle-Column-Still von (ehemals) Uitvlugt gemeinsam in Fässer gefüllt.
NASE: Sehr parfümiert. Hier habe hier sofort Assoziationen zu billigem (und vermutlich armomatisiertem) Brandy aus dem Spanienurlaub. Viel Trauben und Rosinen, Kirschen in Schokolade. Dahinter etwas Gewürze und Kräuter, die man durchaus Port Mourant zuschreiben könnte. Auch hier wieder ein leicher Alkoholstich.

GAUMEN: Süß und würzig, wobei die Süße deutlich dominiert. Karamell, Milchkaffe, Melasse und Rosinen. Auch hier habe ich ein "Dosage"-Gefühl.

ABGANG: Mehr Süße mit Karamell, Rosinen und Kokos.

KOMMENTAR: Generelles Kommentar zu allen weiter unten. Rum Tasting Notes App.
80/100
El Dorado
Port Mourant + Uitvlugt + Diamond 2010
DDL, 49,6%,
NASE: Dunkel und warm. Geht hier in mehrere Richtungen durch die 3 Anteile. Wieder Rosinen, Nelken, Zimt und Melasse. Dazu noch Gewürze wie Anis und Kreuzkümmel. Auch Kokos ist dabei.

GAUMEN: Süß, aber nicht so stark wie die anderen. Lakritz, Rosinen, Melasse, Zimt und Nelken.

ABGANG: Süße und etwas mehr Würze wie Melasse, Lakritz und Kaffee. Hier habe ich das Gefühl, die Süße könnte gerade so echt sein.

KOMMENTAR: Generelles Kommentar zu allen weiter unten. Rum Tasting Notes App.
83/100
El Dorado
Uitvlugt + Enmore 2008
DDL, 49,1%,
French-Savalle-Column-Still und hölzerne Coffey-Still von (ehemals) Enmore.
NASE: Dunkel und warm. Spürbar reifer als die 2010er mit deutlich mehr Eiche. Karamell, Schokolade, Rosinen, Nelken, Muskat, Melasse und etwas Leder.

GAUMEN: Hmm. Irgendwie noch ein bisschen langweiliger als die Vorgänger. Süß, Milchkaffee mit Karamell und Rosinen.

ABGANG: Süß mit Rosinen, Melasse und Karamell. Am Ende blitzt plötzlich noch eine Alkoholschärfe auf.

KOMMENTAR: Generelles Kommentar zu allen weiter unten. Rum Tasting Notes App.
81/100
Das war nichts heute! Schaut man sich z.B. Albion 2004 und Skeldon 2000 von El Dorado an, fragt man sich, warum DDL nicht öfter so tolle Rums abfüllt. Die 4 "Blended in the Barrel" waren echt uninspirierend und mehr oder weniger gleich, was man denke ich auch ganz gut aus den Beschreibungen rauslesen kann. 4 Abfüllungen waren einfach komplett unnötig. Und mir kann keiner erzählen, dass hier kein Zucker drinnen ist! Meine Samplegrößen reichen leider nicht für einen Hydrometertest aus, um das zu überprüfen. Dennoch muss ich natürlich erwähnen, dass die Rums trotzdem irgendwie lecker sind. Nett zu trinken, ja. Mehr aber auch nicht. Vor allem nicht zu den echt hohen Preisen, die hier meiner Meinung nach überhaupt nicht gerechtfertigt sind..

Freitag, 20. März 2020

Enmore (94 RA-REV, 93 DDL-EHP, 97 RN-EHE)


Es geht mal wieder nach Guyana für mich. Anlass war die neue Abfüllung von Rum Artesanal, die bereits vor dem eigentlichen Release am 13.03.2020 ausverkauft war und zur Zeit viel diskutiert wird in den entsprechenden Netzwerken. Ich hatte das Glück an eine solche heiß-begehrte Flasche zu kommen. Vielen Dank dafür! (Die entsprechende Person weiss wer gemeint ist).

Zum Vergleich habe ich noch 2 Samples aus meiner Samplebox rausgesucht. Da Enmore nicht gleicht Enmore ist, versuche ich mich hier an einer winzig-kleinen Zusammenfassung der wichtigsten Fakten: Enmore besaß bis zur Schließung 1994 eine Pot-Still (VSG) und eine Coffey-Still (EHP, EHE), beide aus Holz. Die Pot-Still wurde nach der Schließung von Versailles (Guyana, nicht Frankreich) in den 1970ern nach Enmore gebracht. Nach der Schließung von Enmore dann zogen beide Stills nach Uitvlugt und dann später 1999 zur Diamond-Destillerie um, wo sie mit anderen alten Stills, wie etwa der doppelten Holz-Pot-Still von Port Mourant, noch heute in Betrieb ist.
Enmore E.H.P. 1993/2015
DDL, 56,5%, El Dorado "Rare Collection"
Hier haben wir es in zweifacher Hinsicht quasi mit einem Original-Enmore zu tun. Zum einem wurde er noch bei Enmore selbst destilliert und zweitens wurde er nach 22 Jahren tropischer Reifung von DDL selbst abgefüllt. Laut den Hydrometer-Tests von Wes Burgin und Johnny Dreyer wurde anscheinend kein Zucker hinzugefügt, was bei der "Rare Collection" aber bereits auch schon vorkam. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Relativ mild und verschlossen. 1-2 Tropfen Wasser helfen da etwas, aber nicht sonderlich viel. Ich bekomme ein recht generisches Column-Still-Rum-Profil geboten. Vollmilchschokolade, Karamell, Vanille, Rosinen, Kokos und etwas Nüsse. Alles solide, aber auch nicht wirklich spannend und so richtig durchstarten will der irgendwie nicht.

GAUMEN: Sehr cremig und süß mit Vollmilchschokolade, Rosinen und Karamell. Die Süße dürfte hier an die Grenzen der Möglichkeit von tropischer Faßreifung rankommen ;-). Behält man ihn etwas länger im Mund, rollen die Taninne ran. Der Alkohol ist nicht spürbar.

ABGANG: Die Schokolade geht jetzt in die Richtung Zartbitter. Dazu Kaffee. Es wird deutlich bitterer als noch im Mund. Trotzdem bleibt eine auffangende Süße vorhanden.

KOMMENTAR: Lecker auf jeden Fall. Aber auch irgendwie langweilig. Bei dem Preis und dieser langen tropischen Reifung, hatte ich mir mehr vorgestellt.
85/100
Enmore R.E.V. 1994/2020
25 Jahre
Rum Artesanal, 51,4%,
Nun kommen wir zum eigentlichen Highlight. Dieser wurde noch bei Enmore selbst in der Holz-Pot-Still von Versailles (VSG) destilliert. Was das Mark REV genau bedeutet, ist anscheinend wenig bekannt (EV = Enmore-Versailles?). Eines ist aber relativ sicher: Nämlich dass dieser Rum gefärbt wurde. Aber nicht von Rum Artesanal, sondern von Enmore selbst (bereits beim Befüllen des Fasses oder bei Auslieferung des Bulk-Containers?). Guyana-Rum ist und bleibt ein sehr verworrenes Thema, was hier wiedermal mehr als deutlich wird. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Voll, tief und dunkel. Sehr präsent sind getrocknete Pflaumen, Pflaumenmarmelade, eingekochte Früchte, Lakritz und Melasse. Dahinter Eichenwürze, Waldhonig, Thymian und eine leichte Säure, die teilweise ins ledrige geht. Eine richtig schöne Nase!

GAUMEN: Sehr weiches Mundgefühl. Mir fast schon zu weich, wenn ich hier ein Luxus-"Problem" anmelden darf ;-). Der Alkohol ist überhaupt nicht zu spüren. Melasse, Lakritz und Pflaumenmarmelade geben den Ton an. Eine schöne Mischung aus natürlicher Süße und würzigen Elementen. Tannine der Eiche sind nach 25 Jahren selbstverständlich mit von der Partie, aber noch entfernt von zu viel. Mit 1-2 Tropfen Wasser wird die Eiche stärker.

ABGANG: Eine geballte Ladung Pflaumenmarmelade, Melasse, Lakritz, Eichenwürze und Anis macht sich im gesamten Mund- und Rachenraum breit.

KOMMENTAR: Ein intensiver echt richtig guter Rum! Das war ein echter Volltreffer von Rum Artesanal und Dominik Marwede. Und über den Ausgabepreis von 109€ für den halben Liter muss man in heutigen Wahnsinns-Zeiten wohl auch nicht groß sprechen!
94/100
Enmore E.H.E. 1997/2016
Rum Nation, 58,7%, Cask No. 2-3-69
Laut barrel-aged-mind ist das Mark dieser Abfüllung EHE und stammt aus der hölzernen Coffey-Still von Enmore. Dieser Rum hat, wie für Rum Nation üblich, ein 5-jähriges Finish in Oloroso-Fässern erhalten. Gebrannt wurde er aber bereits bei Uitvlugt und nicht mehr bei Enmore selbst. Rum Tasting Notes App Link
NASE: Woah, das ist das ist ein ganz anderer Style. High-Ester wird hier anscheinend gespielt. In den ersten Minuten nach dem Eingießen strömen Unmengen an Lösungsmittel-, Klebstoff- und Möbelpolitur-Aromen aus dem Glas. Dahinter ein säuerlicher, tropisch-fruchtiger, vergorener Touch. Erinnert mich bis hierhin spontan an den Habitation Velier Long Pond 2005. Lässt man ihn eine gute halbe Stunde offen Atmen, gehen die Lösungsmittel-Aromen ein gutes Stück zurück und die Sherry-Reifung kommt zum Vorschein mit Nüssen (Walnüsse sind für mich hier recht dominant), dunklen Beeren und Hefe. Gefällt mir richtig gut!

GAUMEN: süß-saurer Antritt. Ölig, cremig. Es geht weiter mit Lösungsmitteln und Möbelpolitur. Darunter fruchtige Süße mit diversen Gewürzen, die ich nicht so richtig greifen kann.

ABGANG: Direkt nach dem Runterschlucken, erinnert mich das sehr an den typischen, cremigen und süßen Hampden-Lösungsmittel-Abgang. Danach kommt ein ordentlicher Schwall Blaubeeren den Rachen hoch geschossen.

KOMMENTAR: Der war auf jeden Fall der extremste der heutigen Runde. Während der REV von Rum Artesanal trotz seiner Intensität noch sehr süffig und "gefällig" daherkam, muss man auf den Rum Nation schon speziell Lust haben.
92/100

Freitag, 31. Januar 2020

El Dorado Albion 2004 & Skeldon 2000

Ich sag es gleich zu Beginn: Ich bin alles andere als ein Guyana-Rum-Experte! Ich konnte mich bislang sogar nicht besonders mit den sogenannten "Demerara-Rums" anfreunden. Die berühmt-berüchtigte "El Dorado"-Standard-Range ist mir zu stark verdünnt und mit viel zu viel Zucker aufgepimpt. Die unabhängigen Abfüllungen, die ich probiert habe, waren meist von Port Mourant/Uitvlugt und mir oft zu sauer und kräuterlastig. Das war es auch schon im Groben mit meiner Demerara-Erfahrung. Zur goldenen Velier-Demerara-Zeit war ich noch lange nicht in der Rum-Szene und jetzt sind mir davon die meisten viel zu teuer. Allen voran die Vorbilder der heutigen Abfüllungen. Die Rede ist von Albion 1983, 1986 1989 und 1994 sowie Skeldon 1973 und 1978. Die Preise dieser Abfüllungen gehen mittlerweise in die Tausender (pro Flasche!).
Eins möchte ich bei meinem ersten Demerara-Post hier auf dem Blog aber nicht vergessen: Den Verweis auf den riesigen Artikel von Marco von Barrel-Aged-Mind.
El Dorado Albion "AN" 2004/2018
DDL, 60,2%,
NASE: Nach ca. einer Stunde des Atmens empfängt mich ein sehr schweres und dunkles Aroma. Möbelpolitur, Holz, Leder, Kakao, Kaffee, Zimt und Nelken. Das Ganze gepaart mit Rosinen, gebackenen Bananen, Kokos, Karamell, Salz, Orangenschale. Erinnert tatsächlich ein klein-wenig an Foursquare, nur gefällt mir dieser hier wesentlich besser, da alles voller, tiefer und würziger rüberkommt. Sehr schöne und dunkle Nase!

GAUMEN: Intensiver und würziger Antritt mit Eiche und Zimt. Dann kommt eine auffällige Süße dazu. Dadurch sehr cremig! Hmmm wurde da etwas nachgeholfen? Die "Rare Collection" der "El Dorado"-Reihe ist ja eigentlich nicht nachgesüßt. Vielleicht wurde hier bereits beim Befüllen der Fässer gesüßt? Weiterhin Salz, Orangenschale und Rosinen. Dazu etwas Gummi.

ABGANG: Die Kokosnote aus der Nase wird hier ziemlich präsent. Zusammen mit einer "verdächtigen" Süße und ordentlich astringierender Eiche (Kaffee, Leder, Kakao).

KOMMENTAR: Definitiv ein sehr schöner Rum. Allerdings ist der Preis von deutlich über 200€ (Ausgabepreis und auch heute) zu heftig meiner Meinung nach. Mein Verdacht der Süßung schmälert hier natürlich auch etwas meine Euphorie. Ich finde die Süße auffällig, wenn auch bei weitem nicht so krass wie beispielsweise beim El Dorado 15 oder 21.
88/100
El Dorado Skeldon "SWR" 2000/2018
DDL, 58,3%,
NASE: Auch diesen lasse ich eine Stunde atmen. Der Grundcharakter, der mir aus dem Glas entgegenschwebt, ist im Groben ähnlich: Ein lange (tropisch) gereifter Melasse-Rum, der in einer Column-Still destilliert wurde. Man merkt hier aber deutlich die 4 Jahre mehr im Fass. Ich habe hier altes Holz, Kakao, Kaffee, Karamell, Orangenschale, Vanille, Walnüsse, Rosinen und getrocknete Aprikosen. Die Salz- und Kokosnoten sind weniger präsent. Nach einer Weile schimmert im Hintergrund auch etwas Gummi durch. Eine wirklich schöne Nase.

GAUMEN: Wieder würziger Eichenbetonter Antritt. Darauf folgt eine cremige, Rosinen-Süße, die aber hier weniger "verdächtig" ist als beim Albion.

ABGANG: Wie auch beim Albion wird die Eichenwürze, Kokos und aber auch die cremige Süße stärker. So ganz koscher kommt mir das hier auch nicht mehr vor. Kommt diese Süße hier tatsächlich nur von der Eichenlagerung?

KOMMENTAR: Kommt insgesamt edler und gesetzter als der Albion rüber. Irdgenwie auch etwas ehrlicher. Am Ende des Abends hat der Skeldon etwas die Nase vorn bei mir, auch wenn mir bei beiden die Preise zu hoch sind, um mir eine ganze Flasche zuzulegen. Ich habe mich dennoch für die magischen 90 Punkte entschieden, da mir die Nase einfach richtig gut gefallen hat.
90/100

Donnerstag, 10. Oktober 2019

6 Singe-Cask-Abfüllungen von Rum Artesanal


Zur Transparenz: Die Samples des heutigen Posts wurden mir von der "Heinz Eggert Spirituosenmanufaktur" durch Dominik Marwede kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es wurde aber seitens des Sponsors ausdrücklich darum gebeten frei meine eigene Meinung zu schreiben. Das werde ich hier auch tun. Es gab keinerlei Vorgaben. Hier der Link zu Rum Artesanal.

Heute gehts mal quer durch viele Stile und Länder. Sowas hat auch seinen ganz eigenen Reiz. Und das besondere: Bei den meisten Destillerien bzw. teilweilse sogar Ländern kenne ich mich noch nicht besonders gut aus. Es wird also spannend...